Alabama Chanin Shirt

Heute gibt es eine kleine Entstehungsgeschichte von meinem Alabama Chanin Shirt, denn …

… in die schönen Shirts und Kleider in der Reverse-Applique-Technik von Alabama Chainin habe ich mich bereits vor langer Zeit schock-verliebt. Auch einen Versuch des Selbermachens hatte ich früher schon einmal gestartet. Mit meinem ersten Versuch von 2011 bin ich jedoch grandios gescheitert und habe ihn recht schnell in die Tonne gekloppt (ohne etwas Tragbares produziert zu haben), weil: 1. doofes, olles Kauf-Shirt (allerdings mit gedoppelter Vorderseite), 2. zu dickes Stickgarn und 3. noch dickere Sticknadel (allerdings mit Spitze, aber trotzdem doof) – seht selbst:

Nun denn, nix desto trotz fand ich die Technik nach wie vor verlockend und die vielen schönen Beispiele, die man im Netz (neben dem Online-Shop von Alabama Chanin) findet, immer noch sehr schön!
So traf es sich hervorragend, dass es anlässlich der „Nähnderd-Klassenfahrt“ in Berlin am letzten Tag einen Handnähkurs gab, in dem Frau Machen statt kaufen und Frau Nahtzugabe alle Interessentinnen in die Geheimnisse der Reverse-Applique-Technik einführten. Es hat viel Spaß gemacht und es war toll, welch vielfältige und kreative Ergebnisse in so kurzer Zeit Gestalt annahmen! Voll angefixt von der Technik hatte ich dann auch die gut 3-stündige Heimreise mit der Bahn angetreten und mir die Zeit mit ein paar (Hand-) Sticheleien vertrieben…

Letzten Winter habe ich mich dann doch noch einmal daran gewagt, ein solches Shirt selbst zu machen. Ausgangsmaterialien waren ein wunderbar weicher, blauer Baumwolljersey, den ich für 12 €/m bei K*stadt erstanden habe, ein etwas dünnerer Jersey in „Sempf“ und mein aktueller Lieblingsschnitt. Das Muster (einige gibt es als gratis-PDF zum Downloaden hier) habe ich nur in halber Größe verwendet (was mehr verschiedene Musterdetails auf der Fläche bedeutet – die allerdings auch fisseliger zu umsticken sind…).

Die Schablone habe ich mir aus zwei zusammengeklebten Deckfolien von ausrangierten Schnellheftern geschnitten, was wirklich mühsehlig war. Dagegen ging das Schablonieren mit Stofffarbe (aus dem Bastelladen für dunkle Textilien) regelrecht fix! Die Farbe musste dann nur noch trocknen und durch Bügeln fixiert werden. Die beiden Stoffschichten habe ich mit Heftfäden verbunden, damit sich keine Falten bilden oder sich was verschiebt.

Gestickt habe ich mit einer normalen Nähnadel und dem Ziergarn von G*mann, das man auch für Jeans benutzen kann. Mir hat es gut gefallen, weil es nicht so zickt wie Stickgarn, trotzdem recht plastisch ist und einen schönen Glanz hat. Ich habe schnell gemerkt, dass das Muster besser wirkt, wenn man doch recht lange Stiche macht. Zu kurze Stiche machen mehr Arbeit und das Ergebnis ist nicht besser.

Das Sticken selbst hat mir doch recht viel Spaß gemacht. Es ist zwar sehr zeitaufwendig, aber man sieht ja augenblicklich das Ergebnis. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, Stich für Stich aus einem popligen Jerseyshirt ein unverwechselbares Einzelstück zu machen, das ich mir – wenn ich es kaufen müsste – nicht leisten könnte. Für die Versäuberung von Ausschnitt (übrigens vor dem Zusammennähen erledigt) und der Ärmel habe ich wie bei den original Alabama-Chanin-Kleidungsstücken einen schmalen Jerseystreifen zugeschnitten und mit den dehnbaren Hexenstichen angenäht.

Und hier nun das Ergebnis…

Mehr selbstgenähte und mehr oder weniger verzierte Kleidung gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu sehen.

Questefaktor:
Nähen: einfach – mein aktueller Lieblingsshirt-Schnitt, dieses Mal ganz ohne eingelegte Falten im Vorderteil und den Ausschnitt etwas verkleinert
Sticken: eine wirklich Herausforderung, für die man wirklich Geduld haben muss. Aber es lohnt sich, oder?
Glücksfaktor: definitiv – es ist schon etwas Besonderes an dem Shirt
Wiederholungsfaktor: der Schnitt wird bestimmt noch in der einen oder anderen Version genäht, die Reverse-Applique-Technik werde ich vielleicht noch einmal für eine Jacke verwenden. Mal sehen…

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Der Weihnachtsfrau-Pullover

Hier nun mit Fotos in der schönsten Frühlingssonne ein kleiner Nachtrag zum weihnachtlichen Anlass-Nähen. Zum letzten Weihnachtskleid-Sew-Along hatte ich mich gar nicht erst angemeldet. Ich hatte zum Jahresende irgendwie keine Zeit und Muße, als dass ich mich mit so etwas Aufwendigem wie einem Kleiderprojekt hätte befassen können. Nix desto trotz habe ich mir dennoch etwas für die Weihnachtsfeiertage nähen können: ein waschechtes Weihnachtsfrau-Oberteil!

Anlass dazu war das Stoffgeschenk von meinem Paps. Gewünscht hatte ich mir Jersey aus Naturfaser, gerne in Dunkelgrau, Weiß oder Bordeauxrot. Bekommen habe ich kuscheligen Plastik-Nicki in quitschigem Hellrot…

Nun gut. Mein Paps war letztendlich selbst nicht so glücklich mit seiner Wahl und empfahl mir, aus seinem Stoffgeschenk einen Fußsack zu nähen…

Nein, so weit wollte ich es nicht kommen lassen und habe den Stoff erst einmal schön ablagern lassen. So lange, bis ich die Eingebung hatte, noch einmal den schönen Shirt-Schnitt Nr. 103 aus Burda 5/2009 zu nähen. Letztendlich passen Stoff, Farbe und Anlass doch ganz gut zusammen – und ich habe das Shirt wirklich Heiligabend getragen. Und mein Paps, der zu Besuch war, hatte sich sehr gefreut, dass ich doch noch Verwendung für sein Geschenk von letztem Jahr gefunden habe. Und da die Weihnachtsfotos immer sehr schummerig und Fondue-Schwaden-umwabert ausfallen, hier nun aktuelle in schönster Frühlingssonne nach der Arbeit.

Mit diesem Shirt kann ich nicht wirklich beim Thema „Frühlingserwachen“ punkten, aber dafür gibt es sicherlich das eine oder andere frühlingshafte selbstgenähte Kleidungsstück hier beim MeMadeMittwoch zu entdecken.

Queste-Faktor:
Nähen: einfach, wenn man den SchnickSchnack mit der rückwärtigen Mittelnaht einfach ignoriert. Bei dieser Version habe ich die Faltenzahl im Oberteil auf eine (anstelle von zwei Falten) pro Seite reduziert. Soo viel Oberweite hat’s bei mir ja nicht
Glücksfaktor: ja, das Shirt gefällt mir und lässt mich an meinen Paps und seine wunderliche Stoffwahl denken
Wiederholungsfaktor: definitiv

Löffelglück #1: Heidelbeermüsli

Es gibt Menschen, die wachen morgens auf und sind sofort hellwach. Und dann gibt es Leute, die können morgens schon ein halbes Schwein auf Toast frühstücken…
Ich kann weder das eine noch das andere: morgens brauche ich eine immens lange Anlaufzeit, um in Gang zu kommen. Und Appetit habe ich morgens auch nicht – eher Durst.
Schwarzer Tee geht bei mir daher morgens immer. Da mir an Arbeitstagen jedoch noch knapp 6 Kilometer Weg per Fahrrad zur Arbeit bevorstehen, bei jeder Jahreszeit, ist frühstücken jedoch nicht verkehrt.
Das Frühstück meiner Wahl lautet daher: Müsli.

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Es hat genügend Kohlenhydrate und mit Milch oder Sojamilch kann man es soweit herunterverdünnen, das es fast als Flüssignahrung durchgehen kann. Jahrelang habe ich diese Fertigmüslis aus dem Supermarktregal zu mir genommen. Zu verlockend waren die Sorten. Vor allem, wenn sie OHNE Rosinen waren. Notfalls habe ich die vor dem Essen rausgesucht. Es blieb jedoch nicht nur bei den Rosinen. Irgendwann habe ich angefangen, mit dem Küchensieb den Kristallzucker rauszusieben, da mir diese Müslis zu süß waren. Ich war wirklich überrascht, wieviele Zuckerkristalle sich in der Spüle angesammelt haben. Meist habe ich dann auch noch das rosinen-und-zucker-reduzierte Müsli wieder mit einem Extra-Löffel Haferflocken gestreckt. Mein Müsli sollte bitte „Flüssigbrot“-Charakter haben, aber bitte mit Geschmack…

Sehr begeistert war ich, als ich diese Müsli-Mischer im Internet entdeckt habe: da gab es Müslis zum Selbermixen: mit Flockengrundmischungen als Basis, Nüssen, Früchten, Schoko-Schnickschnacks und Extra-Klimbim wie Mohn, Orangeat undundund… Sehr lecker! Für die Bioqualität muss man allerdings auch einiges berappen.

Nachdem ich mir diverse Male mein individuelles Müsli vor dem Rechner zusammengestellt und mir habe schicken lassen, dachte ich: „Das kann man doch auch selbst machen“…

Gesagt getan! Inzwischen mixe ich mir die Hälfte meines morgendlichen Müslibedarfs selber. 3 Mischungen haben es bereits in die Rezeptliste geschafft. Und wer Lust hat, es selbst einmal auszuprobieren – bitte schön: hier kommt mein Mix für sanft-süßes Heidelbeermüsli.

(als Bechermaß habe ich einen Kaffeepot mit 200 ml Inhalt genommen)

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2 Becher zarte Haferflocken
1 Becher kernige Mulitkornflocken (oder einfach kernige Haferflocken)
200 g getrocknete Heidelbeeren (auf einem Herbstmarkt gekauft)
100 g Mandelblättchen (die zum Backen)
100 g getrocknete Apfelringe (in der Mulinette geschreddert oder mit dem Messer kleingehackt)
100 g weiße Schokoladenraspel (aus dem Backregal – wer’s gesund mag, lässt die lieber weg…)

Alle Zutaten in eine Schüssel geben, mit einem Löffel umrühren, bis sich alles gut vermischt hat, eventuell aneinander klebende Obstteile von Hand lösen und dann alles in eine luftdicht schließende Dose geben.

Portionsweise in eine Schüssel geben, Milch nach Wahl (Kuh, Soja, Mandel, Hafer…) zugeben und genießen.

Viel Spaß beim Nachmixen. Glücksfaktor garantiert!

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Kleiner Vorgucker: ebenfalls in der Liste: Kokos-Kirsch-Müsli und herbes Schoko-Granola mit Gewürzen. Demnächst hier im Blog

Jersey-Shirt Nr. 103 aus burda 5/2009

Ich habe einen neuen Lieblingsschnitt für Jersey-Shirts:

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Mal wieder entdeckt in einer älteren burda-Ausgabe, die ich für einen Schnapp vom bekannten Internet-Auktionshaus ersteigern konnte.  Es ist quasi ein „oben-Fakewickel-mit-Taillenband-und-Rückenabnäher-Shirt“ und gefällt mir richtig gut. Genäht aus einem bedruckten Baumwolljersey von meiner beliebten online-Stoffquelle hier, der als Bio-Stoff ausgewiesen und zudem heruntergesetzt war. Ein wenig heftig bunt, aber mit schwarzer Strickjacke darüber durchaus auszuhalten…

Den Schnitt kann man als Shirt, aber auch als körperbetontes Kleid nähen, was sehr schön fotografiert ist. Beim Shirt habe ich mir die mittlere Rückennaht gespart. Für mich war es nicht ersichtlich, wozu die gut sein sollte – außer man würde einen Reißverschluss einnähen. Da diese Naht exakt gerade ist, ohne Formgebung, habe ich die Rückenteile ganz normal im Bruch zugschnitten. Neben der Arbeitsersparnis verbraucht man so zudem viel weniger Stoff.

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Was offensichtlich ist: der extrem große Ausschnitt – typisch für burda – sowie die vorderen Falten, die eigentlich für mehr Oberweite gedacht sind, als ich sie habe. Damit der Schnitt nicht ausleiert, wird in die vordere Ausschnittkante Vliseline-Formband eingearbeitet. Die Erfahrung zeigt, dass sich dies auch beim rückwärtigen Halsausschnitt gut macht.

Mir gefällt der Schnitt sehr sehr gut, weil er so schön auf Figur geht. Er wurde von mir bereits in einer weiteren Variante genäht, die bei mir unter „Weihnachtsfrau-Oberteil“ läuft. Ach ja, genäht in Gr. 40 mit ordentlich Zugabe für die ‚Kiste‘. Die Ärmel- und Saumlänge ist wie im Schnitt vorgesehen.

Mehr selbstgenähte Kleidung – sowie neue oder bekannte Lieblingsschnitte – gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu bewundern.

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Questefaktor:
Nähen: wenn man auf die – meiner Meinung nach total überflüssige – Rückenmittelnaht verzichtet, recht flugs zu nähen
Glücksfaktor: ja, endlich mal ein Jerseyschnitt, der ein wenig Pfiff hat
Wiederholungsfaktor: definitiv, bereits die 2. Version genäht und die 3. in Vorbereitung – bei beiden mit weniger, bzw. ganz ohne die gelegten Falten im oberen Vorderteil

Nähnerdklassenfahrt nach Berlin

Hast Du Lust, nach Berlin zu fahren? An den sagenumwobenen Ständen des Maybachufers (um die ich die Berlinerinnen heftigst beneide…) entlang zu schlendern und Stoffe zu kaufen? Nebenher noch den einen oder anderen Näh-Workshop mitzumachen? Und vor allem: das ganze in der guten Gesellschaft mindest ebenso (verrückt) nähbegeisterter Frauen?

Alex, was für eine Frage! Und ein Angebot, das man wirklich nicht ablehnen konnte.

Mit nahendem Abfahrtstermin wurde es jedoch zusehends schwerer, der nichtnähenden Umwelt die Nähnerdklassenfahrt irgendwie zu erklären. Ja, es geht ums Nähen – aber nein: die Nähmaschine bleibt hier. Ja, ich kenne einige persönlich von der AnNÄherung (ja, die AnNäherung, das ist…) – aber nein: alle kenne ich nicht, aber das kann man ja ändern.

Nun denn, es erwartete mich ein tolles Wochenende in der Jugenbildungsstätte Kaubstraße. Hin ging es mit der DB. Trotz formidabler Verspätung kam ich dennoch pünktlich um 12 Uhr am Berliner HBF an, wo der erste Treffpunkt war und Alex uns erwartete.

Darauf folgte ein Highlight nach dem nächsten… (hier nun eine kleine Auswahl meiner persönlichen Eindrücke ohne Anspruch auf  Vollständigkeit – manchmal habe ich einfach nur genossen und nicht fotografiert).

Lustwandeln und Stoffegucken am Maybachufer. Alternativ ging es am Freitag für einige andere zum Stoffeshoppen bei Hüco…
(Wobei die geneigte Stoffsüchtige auch gerne mehrfach das Maybachufer bewanderte, nämlich am Freitag UND Samstagvormittag), nebst Einkehr in der urig-gemütlichen Ankerklause nebenan.
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Mit meiner Beute bin ich recht zufrieden: blau melierter Wollstrickstoff, 2 x Jerseys (brombeer + braun), hellblauer Baumwollstoff, brauner wasserabweisender Funktionsstoff (3 €/m) und bedruckter Jersey. Hinzu kamen Vietnamesischer Zimt, den mir langsame Schildkröte wärmstens empfohlen hatte (er schmeckt scharf und süß, ein echter Geheimtipp!) und Lokum. Ich hätte noch viel mehr kaufen können, aber irgendwie musste ja alles in den Rucksack rein.
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Am Freitag Abend gab es vor dem Abendessen den Schnittanpassungskurs mit Regine Hielscher-Gotenbach, der einem an dem langen Tag doch einiges an Aufmerksamkeit abverlangt hat. Ich war wirklich etwas erledigt, dafür verfüge ich jetzt über einen perfekt angepassten Stehkragenblusenschnitt.

Am Samstag Vormittag besuchten wir die Modeausstellung im Kunstgewerbemuseum, in dem am selben Tag das Schneideratelier eröffnet wurde
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Krönender Abschluss des Samstags: leckeres Abendessen im Osmanya
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Sonntag Vormittag: Alabama Chanin-Kurs mit Constanze und Antje – ich bin schwer angefixt…
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Die Abreise kam dann doch irgendwie recht früh, die Zeit ist wie im Flug vergangen…
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Aber zum Glück konnte man ja viele neue Eindrücke, Bekanntschaften, Fertigkeiten und neues Nähwissen mit nach Hause nehmen und sogar noch auf dem Heimweg in der Bahn praktisch anwenden.
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Ach ja, schön war es!

Am Programm, Umfang und am timing gibt es nix zu meckern. Für leckeres Essen nebst Kaffee & Kuchen war gesorgt, wir konnten aus vielen Frühstückszutaten (Brötchen, Wurst, Käse, pipapo nebst Müslis, Milch und Sojamilch, Joghurt + Obst) wählen, ein Lunchpaket für den Samstag zusammenstellen, es standen Mineralwasser und Schüsseln mit Obst bereit, und last but not least: abends sorgten Wein und (nachdem ein Korkenzieher an Land gezogen wurde) auch Sekt für einen heiter-beschiggerten Tagesausklang.
Die Dozentinnen waren gut ausgewählt (wobei ich in dem Kurs „Der perfekte Reverskragen“ am liebsten die Dozentin geklaut hätte…) Eigentlich hatte ich geschwächelt und dafür nix vorbereitet, aber mich einfach dazu gesetzt – der Kurs war wirklich klasse!

Mein Dank geht an Alex, die alles super organisiert und tolle Ideen für das Wochenendprogramm und die Kurse hatte und an alle Teilnehmerinnen, die einem so freundlich und offen begegneten. Es war ein von Anfang bis Ende gelungenes Wochenende, an dem man nix hätte besser machen können (und wenn, wäre es wirklich meckern auf hohem Niveau…).

Queste-Faktor:
Wochenende: anstrengend, inspirierend, anregend, abwechslungsreich – einfach toll
Glücksfaktor: riesig! Es ist einfach toll, mit Gleichgesinnten ein so schönes Wochenende zu verbringen
Wiederholungsfaktor: oh ja, bittebittebitte…

Retrokleid im Knitterlook: Robe Bleuet von Deer & Doe

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So, mein 3. Webstoffkleid ist fertig geworden. Am letzten Tag meines diesjährigen Sommerurlaubes.

Geliebäugelt hatte ich schon länger mit dem Schnitt: Robe Bleuet von Deer & Doe. Ganz verliebt war ich schon immer in die Schleife im Rücken…

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Einen Heidenrespekt hatte ich jedoch immer vor dem Kragen und der Knopfleiste mit den vielen Knopflöchern.
Das mit dem Knopfloch-Nähen hat meine Nähmaschine gut hinbekommen. Ich musste dabei eigentlich nur noch zugucken und aufpassen, dass die Spule mit dem Ober- oder dem Unterfaden nicht leer läuft. Der Kragen war dagegen schon frickeliger, da ich einen solchen noch nie genäht hatte. Ich glaube, ich habe ihn ganz gut hinbekommen. Hinten, unter dem Kragen, sind am Kragensteg ein paar Fältchen, die man aber zum Glück nicht sieht.

Anpassungen habe ich am Rücken vorgenommen – oben Weite rein- und unten rausgenommen – und am Vorderteil: dort habe ich den Brustpunkt etwas nach unten versetzt. Da ich brav zuerst geheftet hatte, haben die Anpassungen mit mir alleine vor dem Spiegel ganz gut geklappt. Jedenfalls hatten Mema und FraubunteKleider beim gemeinsamen Nähnachmittag nix zu meckern.
Das Kleid ist ein wenig länger als vorgesehen. Der Saum wird mit einem Beleg versäubert. Dafür hat mich der HaLiebste sogar „abgepüstert“. Was in der Anleitung nicht beschrieben war, ist, ob der Beleg noch gesondert befestigt wird. Ich habe ihn im Abstand von 6 cm zum Saumende noch einmal ringsrum festgenäht, was ich sehr gerne mag.
Ach ja: Taschen waren nicht vorgesehen – die habe ich (mal wieder) der Harriet geklaut. Die Knöpfe habe ich nicht bis oben zum Kragensteg verteilt – das ist mir einfach zu brav und zugeknöpft. Ich habe einfach den obersten Ausschnittknopf festgelegt und von da ab die Knöpfe nach unten verteilt. Diese sind übrigens aus gefärbter Steinnuss vom hiesigen Knopfdealer in der Innenstadt, wo ich auch sehr nett beraten wurde.

Insgesamt finde ich das Endergebnis ganz nett – retro, schlicht aber durchaus mit ein wenig Schick… Die „Puffärmel“ sind für mich allerdings arg gewöhnungsbedürftig. Insgesamt ist das Tragegefühl ist sehr schön, da ich einen recht dünnen, luftigen Baumwollstoff verwendet habe, der wahrscheinlich eher für Blusen gedacht ist (er ist übrigens viel dunkler als er auf den Fotos wirkt: eher ein dunkles grau-blau – und furchtbar schlecht zu bügeln, wie man sehen kann…). Schön ist, dass selbst der HaLiebste sich mit dem Retro-Charme des Kleides anfreunden kann. Und das will doch was heißen!

Damit verabschiede ich mich zum Me Made Mittwoch, wo es noch viel mehr selbstgenähte Kleidung – mit oder ohne Retro-Charme – zu bewundern gibt.

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Queste-Faktor:
Nähen: Vor dem Webstoff und den Prinzessnähten habe ich mich ehrlich gesagt etwas gegruselt. So viele Anpassungen habe ich bisher noch nicht gemacht, als dass ich mich mit einem Webstoffschnitt sicher fühle. Aber mit dem Heften vorab hat es ganz gut geklappt. Die Nähanleitung (wahlweise auf Französisch oder Englisch) ist ein wenig rudimentär. Ich habe meine Nähbücher hinzugezogen und ein wenig im Web recherchiert, wie man einen ordentlichen Hemdenkragen näht.
Glücksfaktor: ja, ich freue mich, das ein tragbares Kleid herausgekommen ist. Mal gucken, wie es sich bewährt.
Wiederholungsfaktor: hm, vielleicht noch mal ohne Ärmel? Oder diese ohne das „Gepuffe“? Mal sehen.

Rosa Tüllshirt mit Knoten

Titel

Als Nähanfängerin ist man ja gänzlich unbeleckt, was Stoffe betrifft. Besteht dann auch noch die Möglichkeit, nach Herzenslust im Internet Stoffe zu bestellen, öffnet dies Türe und Tore für Materialien, die man sonst weit von sich weisen würde…

Wie zum Beispiel Wirktüll…
In Rosa…
Aus 100 % Plaste und Elaste…

Tüll! Rosa! Plastik! Eigentlich nicht so meins. So aber nun einmal geschehen. In der Anfangszeit meiner Online-Stoffkäufe. In das Muster und in die Machart hatte ich mich sofort verknallt: mit Ornamenten, in sich dezent durch Struktur gemustert, ein wenig romantisch, mädchenhaft, märchenhaft… Und gar nicht so teuer – von hier (oder war’s von hier? Ist schon lange her).

An diesen inzwischen gut abgelagerten Stoff hatte ich mich letztens wieder erinnert, als mein aktuelles Nähprojekt (Dress Bleuet) ins Stocken geriet, weil der HaLiebste nie zum Saumabpusten abkömmlich war.
Hinzu kam, dass ich furchtbar gerne in den alten Burdas blättere. Auch gerne abends vorm Einschlafen, statt Krimi. Und so bin ich in der Burda 03/2007 auf ein Shirt mit 3/4-Ärmeln aufmerksam geworden, dessen Oberteil über der Brust geknotet wird. Zu nähen aus bi-elastischem Jersey oder: aus elastischem Wirktüll.

Burda_03_2007

Also das Schnittmuster schnell abgepaust und zugeschnitten. Da ich meine ersten Nähversuche mit Jersey gemacht habe, bin ich relativ unerschrocken oder geduldig, was „schwierige“ Stoffe betrifft. Eben solche, die total formlos über Tisch und Nähmaschine schlabbern… Mit entsprechender Ruhe und vielen Stecknadeln habe ich die Teile halbwegs gebändigt bekommen. Einzig die Ausschnittverarbeitung gegen das Ausleihern mit dem Vlieseline-Formband war etwas frickelig und zeitaufwändig. Hat dann aber doch geklappt:

Ausschnitt

Herausgekommen ist ein neues Lieblingsshirt, das aufgrund des tiefen Ausschnitts und der Transparenz nur mit Unterziehshirt tragbar ist, mir aber sehr gut gefällt: Größe, Schnitt, Farbe & Form finde ich einfach klasse. Und ich hätte es nienienienie so irgendwo im Laden kaufen können, da bei Kaufkleidung entweder meine Schultern oder die Kiste nie in die Standardmaße rein passen.

Es passt auch ganz gut zur aktuellen Witterung: nicht wirklich richtig Sommer, aber auch nicht ganz kalt. Und so geselle ich mich mit meinem neuen Shirt in Reihe der anderen Nähafficionadas hier beim MeMadeMittwoch ein.

Burda_Knotenshirt2Queste-Faktor:
Nähen: Wirktüll (oder Mesh?) ist nicht ganz einfach zu nähen. Man muss geduldig sein. Und mit dem Ärmeleinsetzen stehe ich nach wie vor auf Kriegsfuß. Ich habe auch hinten an der Schulter formidable Falten fabriziert – trotz Einreihfaden. Ehrlich: ich hab’s noch nicht so richtig raus mit den Ärmeln. Zieh das Shirt aber trotzdem an. So! Ach ja: Ich habe es ca. 10 cm länger gemacht als im Schnitt angegeben. Ansonsten ist das Schnittmuster aber recht anfängerfreundlich.
Glücksfaktor: yepp! Selbstgemacht. Passt. Einfach schön.
Wiederholungsfaktor: hm, mal sehen, ob es auch aus Jersey genäht so nett aussieht.

Schoenseh_OhrringAch ja: passende Ohrringe habe ich auch – von hier. Julia von Trés Julie näht nicht nur wunderschöne Kleidung, sondern macht auch tollen Schmuck.