„AnNÄherungs-Shirt“ burda 113 02/2013

Zum Me Made Mittwoch stelle ich heute mein Burda „Wasserfall-Shirt“ vor, das ich auf der AnNÄHerung 2015 als Zweitprojekt genäht und hinterher – etwas erledigt aber glücklich – noch schnell bei Tageslicht fotografieren lassen habe:

IMG_1094 (4)

Verwendet habe ich dafür einen dünnen, leicht beige-melierten Leinen-Jersey (von hier), der aufgrund seines Gewichts wohl gerade so an der Grenze dessen ist, was der Ausschnitt noch vertragen kann.

Das Nähen ging recht gut. Wenn man erst einmal durch die Anleitung gestiegen ist, ist die Konstruktion des „Wasserfalls“ auch recht einfach: erst die Seiten am Abnäher einkräuseln, in der Mitte zusammen nähen, so dass der spätere Wasserfall darüber eine Röhre bildet. Dieser wird dann ebenfalls oben eingekräuselt und der Überstand, der oben über dem Ausschnitt übersteht, wird nach innen, in den Ausschnitt eingeklappt und unsichtbar am Beleg festgeheftet. Da ich vergessen hatte, die Markierungszeichen für die Raffungen in meine Stoffteile einzuzeichnen, habe ich beim Nähen auf die Fotos von smilas toller Anleitung geguckt.

Heidy von jungsnaht gab mir noch den Tipp, nur wirklich leichte Materialien (wie Netztüll oder ganz dünne Jerseys) zu nehmen und den Wasserfall oben zu verlängern, damit nicht unversehens die Heftstelle vom Wasserfall aus dem Ausschnitt rausklappt. Außerdem meinte sie, dass fast alle, die das Shirt bisher genäht haben, oben unter den Armen noch Weite dazu geben mussten, da der Schnitt doch recht „körpernah“ ausfällt. Obwohl der Stoff aufgrund des Elastan-Anteils recht dehnbar ist, habe ich das auch gemacht und aus den Nahtzugaben jeweils links und rechts noch 1 cm rausgeholt. Dafür habe ich beim Vorderteil unten am Saum links und rechts jeweils 6 cm Weite reduziert. Die Änderungen fürs nächste Mal sehen dann so aus:

Foto-3Beim Zuschneiden hatte ich bereits die Wasserfall-Breite um 2 cm schmaler gemacht, da ich diesen Änderungsvorschlag auch öfter gelesen habe. Der Saum hängt vorn (wie auf vielen Fotos im Web) etwas herunter, was ich noch begradigen könnte.

Da ich bei Muriel von Nahtzugabe5cm gelesen hatte, dass sie den Ausschnitt mit Nahtband verstärkt hat, habe ich als Sicherheitsvorkehrung gegen das Ausleihern und Umklappen gleich den ganzen vorderen Beleg mit einem breiten Streifen Vliseline bebügelt.  Trotz des (für mich gefühlt) riesigen Ausschnitts gefällt mir das Shirt.

Der Kater „klebte“ am Sonntag beim Fotografieren quasi an meinen Beinen. Wahrscheinlich hat er mich das Wochenende, das ich von morgens bis abends in der Bielefelder Jugendherberge nähend und quatschend verbracht habe, wohl doch irgendwie vermisst…BurdaShirt

Und als kleine AnNäherungs-Nachbetrachtung hier auch noch mein eigentliches Hauptprojekt, das mir aber nicht gelungen ist: Kleid Marl von Schnittquelle – hier in Shirt-Variante, genäht aus Sweatshirt- und Nickistoff:Schnittquelle_Kleid_Marl_als_ShirtNee, es gefällt mir nicht und entspricht ganz und gar nicht meinen Erwartungen. Der Schal sieht fipsig aus und die Schulternaht, die entsteht, wenn man die Schaldrapierung laut Anleitung näht, finde ich überhaupt nicht schön. Abtrennen und ohne Naht auf der Puppe neu konstruieren, wäre jetzt mein Lösungsvorschlag. Oder das Shirt ohne Schal tragen. Das gefällt mir nämlich recht gut.

Eine ausführliche Nachbetrachtung zur AnNäherung 2015 kommt auch noch, sobald ich die Fotos sortiert habe – versprochen!

Mehr selbstgenähte Kleidung gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu sehen – heute vorgestellt von den Damen des Leipziger Nähtreffs.

Queste-Faktor burda Shirt
Nähen: etwas aufwändig, aber durch smilas Fotoanleitung gut zu bewältigen.
Glücksfaktor: ja, auf jeden Fall mein „AnNäherungs-Erinnerungs-Shirt 2015“, das mich an dieses tolle Wochenende zurückdenken lässt.
Wiederholungsfaktor: auf jeden Fall. Definitiv noch in der Kleider-Variante und vielleicht als Shirt mit fisseligem Tüll-/Jersey-Stoff. Ich werde auch den Kommentar vom Herzallerliebsten ignorieren: „Das sieht schwanger aus, kann man den Stoff da vorn nicht wegmachen?“

Advertisements

15 Gedanken zu “„AnNÄherungs-Shirt“ burda 113 02/2013

  1. Ein raffiniertes und sehr hübsches und durch deine Änderungen gelungenes Shirt. Danke auch für deine ausführliche Schnittbesprechung; so etwas lese ich sehr gerne und finde es äußerst hilfreich.
    Schade, dass dein Zweitprojekt nicht deinen Vorstellungen stand hält. Ich hoffe, dass du den Stoff noch retten kannst.
    LG von Susanne

    • Danke sehr, ich bin ganz Deiner Meinung! Gut, dass wir für den wertfreien Austausch den MMM mit Fachfrauen haben. Muss gleich mal gucken gehen, ob Du auch heute dabei bist. LG!

  2. Dein Shirt ist schön geworden – schlicht, aber doch besonders mit dem Wasserfallausschnitt. Ich habe dasselbe Schnittmuster als Kleid genäht und die Anleitung überhaupt nicht begriffen und dann einfach irgendwas gemurkst (was deiner Beschreibung nach sogar richtig war!). Das Kleid ist zwar nicht sehr figurschmeichelnd, aber ultrabequem, so ein Pyjama-Kleid und ich trage es sehr gerne. Und manchmal ist Frau ja auch keksschwanger oder nach einem leckeren Essen…da mag ich so gar keine engen Kleider tragen.

    • Oh, keksschwanger – das bin ich auch manchmal… Dann habe ich genau das richtige Shirt dafür! Und bei allen Schnitten mit Raffungen, Drapierungen & Co. habe ich den Eindruck, dass die mit uni-farbenen oder dezent/klein- gemusterten Stoffen besser zur Geltung kommen. Gruß – Mrs Go

  3. Pingback: AnNÄHerung 2015 | Mrs Go

  4. Ich finde dieses Shirt auch sehr schön und passend für dich. Danke für die ausführliche Beschreibung. Ich hab’s als Sommerkleidvariante auch noch hier liegen. Die werden mir sehr helfen.
    LG karin

  5. Pingback: Stell’ Dir vor, es ist Stoffmarkt in der Stadt… | Mrs Go

  6. Pingback: Antizyklisches Nähen oder Hochsommerkleid bei 5 °C | Mrs Go

Ich freue mich über Rückmeldungen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s