Wir basteln aus einem PDF ein jpg …

… zum Plotten.

Schade, schade. Eigentlich wäre jetzt hier ein kleines Tutorial zu lesen gewesen, wie man mit im Netz erhältlicher Freeware aus PDF-Schnittmustern eine Datei bastelt, die man zum professionellen Plotten schicken kann. Das hätte allen interessierten Nähbegeisterten Papier, Druckerfarbe und vor allem Zeit und Mühe gespart.

Es war eine einfach beschriebene Schritt-für-Schritt-Anleitung, die sicherlich einigen weitergeholfen hätte und aus einer angeregten Online-Diskussion unter den Nähnerds entstanden ist.

Blöderweise habe ich für das Tutorial an dieser Stelle screenshots abgebildet, die das Vorgehen am Beispiel des Schnittmusters Toni von Milchmonster zeigten. Es war halt gerade zur Hand.

Zu blöd. Großer Fehler!

Im Eifer des Gefechts habe ich nämlich vergessen darauf hinzuweisen, von wem dieses im Netz allseits bekannte Schnittmuster stammt. Das hat lange Zeit niemanden gestört. Bis jetzt jemand die Urheberin des Schnittmusters auf diesen Umstand aufmerksam gemacht hat. Oder sie selbst es entdeckt hat.

Nun gut. In der Nähszene, in der ich unterwegs bin (Achtung insider: „Bussi-Bussi-Nähblogger“) hätte man vielleicht folgendermaßen darauf reagiert:

„Hallo! Ich habe gesehen, dass Du für Dein Tutorial mein Schnittmuster verwendest. Allerdings hast Du vergessen, dafür die Quelle und mich als Urheberin anzugeben. Ich bin mir sicher, dass dies nicht aus böser Absicht geschehen ist und Du es schnell nachholst.  Ansonsten freue ich mich, dass Dir mein Schnittmuster gefallen hat und Du hier ein wenig Werbung für mich machst. Vielleicht könntest Du noch einen Link zu meinem Shop setzen? Das wäre nett. Weiterhin fröhliches Nähen wünscht Dir Antonia von Milchmonster!“

Aber das Leben ist kein Ponyhof. Stattdessen wurde mir mit Rechtsanwalt und Abmahnung gedroht.

Das Urheberrecht ist eine gute Sache, da es davor bewahren soll, dass der Urheber wirtschaftlichen Schaden erleidet oder geistiges Eigentum verunglimpft wird. Beides ist durch mein Tutorial nicht geschehen. Daher halte ich diese Reaktion für unverhältnismäßig und überzogen.

Es gibt immer wieder Beispiele im Netz zu lesen, wo für Nichtigkeiten auf privaten, unkommerziellen Blogs mit rechtlichen Schritten gedroht wird. Über die Motivation für solches Verhalten kann man nur spekulieren…

Ich bin überzeugt, dass man respektvollen, höflichen Umgang jederzeit lernen kann. Die persönliche Größe, auch mal über den Dingen zu stehen, dagegen hat man – oder eben nicht.

Schade eigentlich.

 

Wer es dennoch selbst versuchen möchte: hier gibt es den PDF24Creator kostenlos bei CHIP.de
Mit ihm kann man recht einfach PDF-Dokumente bearbeiten.

PDF24_Creator

Das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm GIMP gibt es ebenfalls als Download bei CHIP.de
Dort kann man die PDFs aus dem PDF24 Creator einfügen und das Schnittmuster zusammenfügen und daraus eine einzige Datei erzeugen, abspeichern und dann zum Plotten geben.
Mehr Infos und Erfahrungsberichte zum Plotten von Schnittmustern gibt es noch hier:

Drehumdiebolzeningenieur
crafteln 

Ach, und falls mir noch jemand ein Beispiel-Schnittmuster inklusive Veröffentlichungsrechte zur Verfügung stellen mag, anhand dessen ich das Vorgehen noch einmal zeigen kann, würde ich mir wahrscheinlich sogar noch einmal die Arbeit einer Tutorialerstellung machen. Natürlich würde ich auch die Quelle und Urheber dafür angeben und selbstverständlich einen Link zum Shop setzen.

(Diesen Blogbeitrag habe ich aus Gründen am 02. Juni 2016 aktualisiert)

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26 Gedanken zu “Wir basteln aus einem PDF ein jpg …

  1. Pingback: Download Schnittmuster aus A4-Kacheln ausplotten | drehumdiebolzeningenieur

  2. Klasse!
    In Gimp kannst du den ganzen Stapel mit deinen ehemaligen PDF Seiten ,die du ja zu Bildern umformatiert hast, mit einem Klick auf einer zuvor geöffneten (u. genügend grossen) Seite einfügen. Die Bilder liegen dann wie gesagt im Stapel übereinander und können im nächsten Schritt nacheinander platziert werden. So geht es vielleicht noch ein bisschen schneller. Wenn du ein A0 (841cm breit) Format möchtest, solltest du 4 Seiten nebeneinander legen (4 x 210 cm).
    Du fragst:
    „Wenn man dann alles zusammen hat, müsste man das ganze nur noch als ein Dokument abspeichern und zum Plotten tragen. Oder?“ Ja, wenn du alles zusammen hast, müsstest du das Ganze als PDF abspeichern. VORHER musst du aber noch checken, ob du die Datei im richtigen Maßstab hast. Dazu müsstest du das Kontrollquadrat prüfen u. deine Datei unter Umständen noch skalieren (Dreisatzrechnen).

    Liebe Grüße
    Immi

    Ps: Sorry – ich hab keine Zeit für ein Tutorial, bin doch mit meinen Script beschäftigt und muss dringend nähen weil mein Schrank so leer ist.

    • Ah-ja, hört sich gut an. So viel habe ich mit GIMP auch noch nicht gemacht, aber das Einfügen der jpgs als Stapel ist ja wirklich noch schneller, als alles nach und nach aus dem Verzeichnis einzufügen. Vielleicht mache ich noch eine Ergänzung. Und Dreisatz bekomme ich noch hin.

      Also, wenn es jemand auf diese Art und Weise versuchen will, scheint dieses ein ganz guter Weg zu sein, sich mithilfe von freeware einen großen Schnittmusterbogen zu basteln.

  3. nur mal ganz kurz:

    „größer als DIN A0“:
    das Format ist DIN A0 quer und ansonsten endlos.
    Was über 1189 mm Breite hinaus geht, wird abgeschnitten und nicht wie z.B. bei Excel, irgendwann noch ausgedruckt.

    Ich benutze pdf24, aber meine konvertierten jpeg-Dateien behalten ihren Rand. Wo ist der Trick?

    Auf einem der Screenshots ist ein – fast vollständiger – Klarname. Möchtest Du den so stehenlassen?

    • Habe es eben noch einmal mit einem burda-PDF-Schnittmuster probiert: kein Rand, ohne irgendein Trick… geht übrigens auch als png.

    • Hi Lexi, ich habe die einzelnen Teile an den Kanten leicht überlappen lassen, sodass die Schnittkanten genau übereinander liegen (die horizontalen und vertikalen Linien) und die Schnittlinien ohne Versatz laufen. Probiers mal aus. Gruß – Mrs Go

    • Danke für die schnelle rückmeldung.
      Problem bei meinem SM ist, dass von Schnittmuster-Strich zum Seitenrand etwa 1-2 cm sind, also kann es nicht so genau anlegen. daher meine Frage 😉
      ich frickel dann mal in einer ruhigen stunde daran rum.
      trotzdem danke 🙂 die Anleitung hat mir schon mal für die Schnittmuster mir kleinem Seitenrand geholfen

  4. Entschuldigung,
    hoch und quer vertauscht.
    So eine Papierrolle ist ca. 90 cm breit, deshalb sind die 841 mm für die Datei maßgebend.

    • Alles klar, aber ich bin auch nur Anfänger-Nähnerd und keine Grafikerin mit fortgeschrittenen GIMP & Co-Kenntnissen. Ich beweg mich hier nur auf absoluten Laien-Niveau. Aber wenn es bei mir klappt, dann haben vielleicht auch andere Nicht-Profis was davon.

  5. Sehr gut formuliert Dein Update. Dieses Verhalten finde ich auch maßlos überzogen. Schließlich hast du es nicht vervielfältigt oder verkauft.
    Ein bisschen nettikette würde nicht schaden.
    Lg Dana

  6. Ich hab das ja die letzten Tage nur ganz am Rande mitbekommen, bin aber immer noch reichlich fassungslos. Wären meine Schnittmuster schon so weit würde ich sagen: Nimm meins. So sage ich: Ganz sicher nie irgendwas von Milchmonster.

  7. Gerade gelesen. Sehr gut geschrieben. Ja die Welt unter denen die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet, könnte so schön sein.
    Herzliche Bussi-Bussi Nähnerd Grüsse
    Dana

  8. Soifz. Und ich schätze deine sachliche und höfliche Antwort.
    Dass wir Teil der „Bussi-Bussi-Nähnerds“ sind, war mir allerdings neu. Das muss ich jetzt erst einmal verdauen…
    LG, Bele

    • Das mit den Bussi-Bussi-Nähnerds kam ja auch nur von außen, weil sich darüber gewundert wurde, dass es eine Online-Kommunity gibt, in der wertschätzend und respektvoll miteinander umgegangen wird. Aber ich ich bin eigentlich ganz gerne hier…

  9. Liebe Mrs Go,
    ich muss ein bisschen ausholen aber ich hoffe du verzeihst mir das und falls nicht, steht es dir frei diesen Kommentar zu löschen 😉 Ich bin selber Schnittdesignerin und habe am Anfang meiner Schnittmuster Karriere den Fehler gemacht, meine beiden ersten Schnitte von einem externen Dienstleister digitalisieren zu lassen (ich hatte damals nur wenig Erfahrung mit inkscape und dachte ich kriege das niiiiiieeee hin!) Nun habe ich die beiden Schnitte nur im A4 Format vorliegen und auch so veröffentlicht. Bei den folgenden Schnitten war ich fest entschlossen das alles selber hin zu kriegen, klappt auch wunderbar (inkscape ist wirllich ein tolles Tool!!) und kam so schnell auf den Trichter, dass eine A0 doch viel praktischer für alle Beteiligten ist. Da die Digitalisierung extern statt fand habe ich leider nur diese A4 PDF Dateien meiner beiden Schnitte vorliegen. Nun ist die Nachfrage nach Papierschnitten so groß geworden und ich möchte sie gerne meinen lieben Käufern zur Verfügung stellen….so habe ich mich auf die Wanderung durchs www begeben um eine Möglichkeit zu finden das zu bewerkstelligen. Dabei bin ich heute auf drehumdiebolzeningenieur gestoßen und war fast verrückt vor Freude bis ich merkte „Mist ich habe ein Windows Betriebssystem“ ….düdüm….. ich folgte also völlig verzweifelt dem durchgestrichenen Link zu dir und deinem Tutorial hierher obwohl bereits erwähnt wurde, dass du es unkenntlich machen musstest.
    UND (jetzt trifft mein schwallernder Zeitstrahl auf die Gegenwart) ich habe deinen Beitrag gelesen und mal wieder so herzlich gelacht über die unglaubliche Engstirnigkeit die in der Näh- und Schnitterstellerszene auch bei mir in regelmäßigen Abständen für Krampfartige Kopfschmerzen sorgt…..und nun zum Punkt. Ich würde dir wahnsinnig gerne mein Schnittmuster zur Verfügung stellen (dessen Namen ich hier bewusst nicht nenen da mir garnicht an Werbung in eigener Sache gelegen ist) damit du dein Tutorial machen kannst denn es ist mein geistiges Eigentum und auch die Veröffentlihcungsrechte gehören mir und was kann man damit besseres anstellen als es für so ein tolles Tutorial zur Verfügung zu stellen??? Ich kann nur applaudieren für die Eigenständigkeit die hier an den Tag gelegt wird und den kreativen Basteltrieb der auch über die Nähmaschine hinaus bis in den Computer hineinreicht (ich teile diese Leidenschaft ebenfalls) UND nicht nur das….ich baue mir gerade eine Website denn ich möchte mit meinem geistigem Eigentum gerne von Facebook weg und in mein eigenes zu Hause ziehen….lange Rede kurzer Sinn ich möchte dich nicht nur inständig bitten dein Tutorial mit meinem Schnittmuster zu machen und zu veröffentlichen sondern ich möchte dich auch ganz herzlich einladen auf meiner Website einen Gastblog-Auftritt zu performen und dein Tutorial dort vor zu stellen!!! Jetzt bin ich versucht alles nochmal zu lesen und die diversen Komma und Rechtschreibfehler die ich Eifer des Gefächtes gemacht habe zu korrigieren aber ich bin einfach zu gespannt auf deine Antwort. Daher klicke ich jetzt auf SENDEN und warte ab, was passiert. Ich freue mich jetzt schon auf deine Rückmeldung, egal wie diese ausfällt.
    Herzlichst, Anja

  10. Oh man, wie ärgerlich, dass du dein Tutorial löschen musstest.
    Ich wäre sehr dankbar, wenn du es nochmal neu machen und hochladen könntest. Vielleicht mit Anjas Schnittmuster?
    Nun wurschtel ich mich mal so durch.

  11. Sehr sehr schade! Mensch, wir sitzen doch alle in einem Boot. Ich finde es sehr sehr schade ( beschämend….) wie da reagiert wurde.
    Ich nehm sowas auch extrem übel und bin dann auch wirklich nicht mehr bereit dort zu kaufen.
    Selber würde ichmich sehr freuen wenn mir jemand sagen könnte wie es denn nun funktioniert die Ränder weg zu bekommen – ich verzweifel nämlich dran 😉
    Viele Grüße!

  12. Mensch ich finde das auch sehr schade, dass du deine Anleitung entfernen mußtest… Ich HASSE es, Schnittmuster auszudrucken, dann am Boden zu puzzeln, schnippeln und kleben, bis irgendwann ein riesen Werk vor mir liegt. Zudem verzieht es beim Drucken immer irgendwo die Ränder, so dass die Seiten nie 100% zusammen passen…

    Jetzt habe ich es bei EINEM Schnittmuster schon geschafft, es in Inkscape zusammen zu fügen. Aber alle anderen Dateien, die ich in A4 vorliegen habe, besitzen einen teilweise sehr großen Rand, der da irgendwie im Weg ist und ich habe keinen Plan, wie ich diesen entfernen kann. GIMP möchte ich noch ausprobieren aber PDF24 etc hat mich nicht wirklich weiter gebracht.

    Vielleicht hat auch Inkscape selbst eine Funktion dazu aber naja, Technik und ich, nicht unbedingt die perfekte Komib 😉

    Ich hoffe, dass du deine Anleitung nochmal zur Verfügung stellen wirst.

    Viele Grüße!

Ich freue mich über Rückmeldungen

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