Alabama Chanin Shirt

Heute gibt es eine kleine Entstehungsgeschichte von meinem Alabama Chanin Shirt, denn …

… in die schönen Shirts und Kleider in der Reverse-Applique-Technik von Alabama Chainin habe ich mich bereits vor langer Zeit schock-verliebt. Auch einen Versuch des Selbermachens hatte ich früher schon einmal gestartet. Mit meinem ersten Versuch von 2011 bin ich jedoch grandios gescheitert und habe ihn recht schnell in die Tonne gekloppt (ohne etwas Tragbares produziert zu haben), weil: 1. doofes, olles Kauf-Shirt (allerdings mit gedoppelter Vorderseite), 2. zu dickes Stickgarn und 3. noch dickere Sticknadel (allerdings mit Spitze, aber trotzdem doof) – seht selbst:

Nun denn, nix desto trotz fand ich die Technik nach wie vor verlockend und die vielen schönen Beispiele, die man im Netz (neben dem Online-Shop von Alabama Chanin) findet, immer noch sehr schön!
So traf es sich hervorragend, dass es anlässlich der „Nähnderd-Klassenfahrt“ in Berlin am letzten Tag einen Handnähkurs gab, in dem Frau Machen statt kaufen und Frau Nahtzugabe alle Interessentinnen in die Geheimnisse der Reverse-Applique-Technik einführten. Es hat viel Spaß gemacht und es war toll, welch vielfältige und kreative Ergebnisse in so kurzer Zeit Gestalt annahmen! Voll angefixt von der Technik hatte ich dann auch die gut 3-stündige Heimreise mit der Bahn angetreten und mir die Zeit mit ein paar (Hand-) Sticheleien vertrieben…

Letzten Winter habe ich mich dann doch noch einmal daran gewagt, ein solches Shirt selbst zu machen. Ausgangsmaterialien waren ein wunderbar weicher, blauer Baumwolljersey, den ich für 12 €/m bei K*stadt erstanden habe, ein etwas dünnerer Jersey in „Sempf“ und mein aktueller Lieblingsschnitt. Das Muster (einige gibt es als gratis-PDF zum Downloaden hier) habe ich nur in halber Größe verwendet (was mehr verschiedene Musterdetails auf der Fläche bedeutet – die allerdings auch fisseliger zu umsticken sind…).

Die Schablone habe ich mir aus zwei zusammengeklebten Deckfolien von ausrangierten Schnellheftern geschnitten, was wirklich mühsehlig war. Dagegen ging das Schablonieren mit Stofffarbe (aus dem Bastelladen für dunkle Textilien) regelrecht fix! Die Farbe musste dann nur noch trocknen und durch Bügeln fixiert werden. Die beiden Stoffschichten habe ich mit Heftfäden verbunden, damit sich keine Falten bilden oder sich was verschiebt.

Gestickt habe ich mit einer normalen Nähnadel und dem Ziergarn von G*mann, das man auch für Jeans benutzen kann. Mir hat es gut gefallen, weil es nicht so zickt wie Stickgarn, trotzdem recht plastisch ist und einen schönen Glanz hat. Ich habe schnell gemerkt, dass das Muster besser wirkt, wenn man doch recht lange Stiche macht. Zu kurze Stiche machen mehr Arbeit und das Ergebnis ist nicht besser.

Das Sticken selbst hat mir doch recht viel Spaß gemacht. Es ist zwar sehr zeitaufwendig, aber man sieht ja augenblicklich das Ergebnis. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, Stich für Stich aus einem popligen Jerseyshirt ein unverwechselbares Einzelstück zu machen, das ich mir – wenn ich es kaufen müsste – nicht leisten könnte. Für die Versäuberung von Ausschnitt (übrigens vor dem Zusammennähen erledigt) und der Ärmel habe ich wie bei den original Alabama-Chanin-Kleidungsstücken einen schmalen Jerseystreifen zugeschnitten und mit den dehnbaren Hexenstichen angenäht.

Und hier nun das Ergebnis…

Mehr selbstgenähte und mehr oder weniger verzierte Kleidung gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu sehen.

Questefaktor:
Nähen: einfach – mein aktueller Lieblingsshirt-Schnitt, dieses Mal ganz ohne eingelegte Falten im Vorderteil und den Ausschnitt etwas verkleinert
Sticken: eine wirklich Herausforderung, für die man wirklich Geduld haben muss. Aber es lohnt sich, oder?
Glücksfaktor: definitiv – es ist schon etwas Besonderes an dem Shirt
Wiederholungsfaktor: der Schnitt wird bestimmt noch in der einen oder anderen Version genäht, die Reverse-Applique-Technik werde ich vielleicht noch einmal für eine Jacke verwenden. Mal sehen…

Der Weihnachtsfrau-Pullover

Hier nun mit Fotos in der schönsten Frühlingssonne ein kleiner Nachtrag zum weihnachtlichen Anlass-Nähen. Zum letzten Weihnachtskleid-Sew-Along hatte ich mich gar nicht erst angemeldet. Ich hatte zum Jahresende irgendwie keine Zeit und Muße, als dass ich mich mit so etwas Aufwendigem wie einem Kleiderprojekt hätte befassen können. Nix desto trotz habe ich mir dennoch etwas für die Weihnachtsfeiertage nähen können: ein waschechtes Weihnachtsfrau-Oberteil!

Anlass dazu war das Stoffgeschenk von meinem Paps. Gewünscht hatte ich mir Jersey aus Naturfaser, gerne in Dunkelgrau, Weiß oder Bordeauxrot. Bekommen habe ich kuscheligen Plastik-Nicki in quitschigem Hellrot…

Nun gut. Mein Paps war letztendlich selbst nicht so glücklich mit seiner Wahl und empfahl mir, aus seinem Stoffgeschenk einen Fußsack zu nähen…

Nein, so weit wollte ich es nicht kommen lassen und habe den Stoff erst einmal schön ablagern lassen. So lange, bis ich die Eingebung hatte, noch einmal den schönen Shirt-Schnitt Nr. 103 aus Burda 5/2009 zu nähen. Letztendlich passen Stoff, Farbe und Anlass doch ganz gut zusammen – und ich habe das Shirt wirklich Heiligabend getragen. Und mein Paps, der zu Besuch war, hatte sich sehr gefreut, dass ich doch noch Verwendung für sein Geschenk von letztem Jahr gefunden habe. Und da die Weihnachtsfotos immer sehr schummerig und Fondue-Schwaden-umwabert ausfallen, hier nun aktuelle in schönster Frühlingssonne nach der Arbeit.

Mit diesem Shirt kann ich nicht wirklich beim Thema „Frühlingserwachen“ punkten, aber dafür gibt es sicherlich das eine oder andere frühlingshafte selbstgenähte Kleidungsstück hier beim MeMadeMittwoch zu entdecken.

Queste-Faktor:
Nähen: einfach, wenn man den SchnickSchnack mit der rückwärtigen Mittelnaht einfach ignoriert. Bei dieser Version habe ich die Faltenzahl im Oberteil auf eine (anstelle von zwei Falten) pro Seite reduziert. Soo viel Oberweite hat’s bei mir ja nicht
Glücksfaktor: ja, das Shirt gefällt mir und lässt mich an meinen Paps und seine wunderliche Stoffwahl denken
Wiederholungsfaktor: definitiv

Jersey-Shirt Nr. 103 aus burda 5/2009

Ich habe einen neuen Lieblingsschnitt für Jersey-Shirts:

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Mal wieder entdeckt in einer älteren burda-Ausgabe, die ich für einen Schnapp vom bekannten Internet-Auktionshaus ersteigern konnte.  Es ist quasi ein „oben-Fakewickel-mit-Taillenband-und-Rückenabnäher-Shirt“ und gefällt mir richtig gut. Genäht aus einem bedruckten Baumwolljersey von meiner beliebten online-Stoffquelle hier, der als Bio-Stoff ausgewiesen und zudem heruntergesetzt war. Ein wenig heftig bunt, aber mit schwarzer Strickjacke darüber durchaus auszuhalten…

Den Schnitt kann man als Shirt, aber auch als körperbetontes Kleid nähen, was sehr schön fotografiert ist. Beim Shirt habe ich mir die mittlere Rückennaht gespart. Für mich war es nicht ersichtlich, wozu die gut sein sollte – außer man würde einen Reißverschluss einnähen. Da diese Naht exakt gerade ist, ohne Formgebung, habe ich die Rückenteile ganz normal im Bruch zugschnitten. Neben der Arbeitsersparnis verbraucht man so zudem viel weniger Stoff.

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Was offensichtlich ist: der extrem große Ausschnitt – typisch für burda – sowie die vorderen Falten, die eigentlich für mehr Oberweite gedacht sind, als ich sie habe. Damit der Schnitt nicht ausleiert, wird in die vordere Ausschnittkante Vliseline-Formband eingearbeitet. Die Erfahrung zeigt, dass sich dies auch beim rückwärtigen Halsausschnitt gut macht.

Mir gefällt der Schnitt sehr sehr gut, weil er so schön auf Figur geht. Er wurde von mir bereits in einer weiteren Variante genäht, die bei mir unter „Weihnachtsfrau-Oberteil“ läuft. Ach ja, genäht in Gr. 40 mit ordentlich Zugabe für die ‚Kiste‘. Die Ärmel- und Saumlänge ist wie im Schnitt vorgesehen.

Mehr selbstgenähte Kleidung – sowie neue oder bekannte Lieblingsschnitte – gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu bewundern.

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Questefaktor:
Nähen: wenn man auf die – meiner Meinung nach total überflüssige – Rückenmittelnaht verzichtet, recht flugs zu nähen
Glücksfaktor: ja, endlich mal ein Jerseyschnitt, der ein wenig Pfiff hat
Wiederholungsfaktor: definitiv, bereits die 2. Version genäht und die 3. in Vorbereitung – bei beiden mit weniger, bzw. ganz ohne die gelegten Falten im oberen Vorderteil

Rosa Tüllshirt mit Knoten

Titel

Als Nähanfängerin ist man ja gänzlich unbeleckt, was Stoffe betrifft. Besteht dann auch noch die Möglichkeit, nach Herzenslust im Internet Stoffe zu bestellen, öffnet dies Türe und Tore für Materialien, die man sonst weit von sich weisen würde…

Wie zum Beispiel Wirktüll…
In Rosa…
Aus 100 % Plaste und Elaste…

Tüll! Rosa! Plastik! Eigentlich nicht so meins. So aber nun einmal geschehen. In der Anfangszeit meiner Online-Stoffkäufe. In das Muster und in die Machart hatte ich mich sofort verknallt: mit Ornamenten, in sich dezent durch Struktur gemustert, ein wenig romantisch, mädchenhaft, märchenhaft… Und gar nicht so teuer – von hier (oder war’s von hier? Ist schon lange her).

An diesen inzwischen gut abgelagerten Stoff hatte ich mich letztens wieder erinnert, als mein aktuelles Nähprojekt (Dress Bleuet) ins Stocken geriet, weil der HaLiebste nie zum Saumabpusten abkömmlich war.
Hinzu kam, dass ich furchtbar gerne in den alten Burdas blättere. Auch gerne abends vorm Einschlafen, statt Krimi. Und so bin ich in der Burda 03/2007 auf ein Shirt mit 3/4-Ärmeln aufmerksam geworden, dessen Oberteil über der Brust geknotet wird. Zu nähen aus bi-elastischem Jersey oder: aus elastischem Wirktüll.

Burda_03_2007

Also das Schnittmuster schnell abgepaust und zugeschnitten. Da ich meine ersten Nähversuche mit Jersey gemacht habe, bin ich relativ unerschrocken oder geduldig, was „schwierige“ Stoffe betrifft. Eben solche, die total formlos über Tisch und Nähmaschine schlabbern… Mit entsprechender Ruhe und vielen Stecknadeln habe ich die Teile halbwegs gebändigt bekommen. Einzig die Ausschnittverarbeitung gegen das Ausleihern mit dem Vlieseline-Formband war etwas frickelig und zeitaufwändig. Hat dann aber doch geklappt:

Ausschnitt

Herausgekommen ist ein neues Lieblingsshirt, das aufgrund des tiefen Ausschnitts und der Transparenz nur mit Unterziehshirt tragbar ist, mir aber sehr gut gefällt: Größe, Schnitt, Farbe & Form finde ich einfach klasse. Und ich hätte es nienienienie so irgendwo im Laden kaufen können, da bei Kaufkleidung entweder meine Schultern oder die Kiste nie in die Standardmaße rein passen.

Es passt auch ganz gut zur aktuellen Witterung: nicht wirklich richtig Sommer, aber auch nicht ganz kalt. Und so geselle ich mich mit meinem neuen Shirt in Reihe der anderen Nähafficionadas hier beim MeMadeMittwoch ein.

Burda_Knotenshirt2Queste-Faktor:
Nähen: Wirktüll (oder Mesh?) ist nicht ganz einfach zu nähen. Man muss geduldig sein. Und mit dem Ärmeleinsetzen stehe ich nach wie vor auf Kriegsfuß. Ich habe auch hinten an der Schulter formidable Falten fabriziert – trotz Einreihfaden. Ehrlich: ich hab’s noch nicht so richtig raus mit den Ärmeln. Zieh das Shirt aber trotzdem an. So! Ach ja: Ich habe es ca. 10 cm länger gemacht als im Schnitt angegeben. Ansonsten ist das Schnittmuster aber recht anfängerfreundlich.
Glücksfaktor: yepp! Selbstgemacht. Passt. Einfach schön.
Wiederholungsfaktor: hm, mal sehen, ob es auch aus Jersey genäht so nett aussieht.

Schoenseh_OhrringAch ja: passende Ohrringe habe ich auch – von hier. Julia von Trés Julie näht nicht nur wunderschöne Kleidung, sondern macht auch tollen Schmuck.

Das Karo-Shirt

Meinem inneren Hippie verlangte es nach einem weiteren Tütenärmel-Shirt…

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Und deshalb habe ich bereits vor einiger Zeit meinen allerersten Schnitt von hier noch einmal genäht. Dieses Mal mit Karos. Der Stoff ist wieder bei einem großen Online-Händler bestellt, relativ dick und mit ein wenig Glitzer und Stretch. Anstatt der Raffung habe ich den Stoff vorne am Ausschnitt mit einer Stofflasche zusammengerafft, was schönere Falten ergibt, wie ich finde.

Auch hier ist mir der Ausschnitt aber eigentlich zu groß, so dass ich lieber ein T-Shirt darunter trage. Und damit habe ich genau das richtige Outfit für die ungewöhnliche Herbstkälte, die momentan hier herrscht. Die Fotos habe ich schon vor einiger Zeit gemacht, aber das Wetter verlangt ja wieder nach kälteresistenter Kleidung, so dass ich das Shirt hier nun vorstelle.

Noch mehr Lieblingsstücke oder neu genähte Modelle gibt es wie immer beim Me Made Mittwoch zu sehen, wo uns Lucy von Nahtzugabe eines ihrer formidablen, selbstgestrickten Lieblingsstücke vorstellt.

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Queste-Faktor:
Nähen: einfach – ich habe den Schnitt jetzt schon das 3. Mal genäht. Und bald kapier‘ ich auch, dass man Raglan-Ärmel anders näht, als normale Ärmel. Einzig auf das Karo musste ich einen Blick haben, sodass im Muster seitlich nicht ein Riesen-Versatz drin ist.
Glücksfaktor: jaaaa, Tütenärmel machen mich glücklich (auch wenn sie mega-unpraktisch sind und ich ständig kalte Hände bekomme…)
Wiederholungsfaktor: bestimmt irgendwann noch mal – ich mag den Schnitt sehr

Das Burda-Schlauchkleid…

ohne Tütenärmel, aber mit Falten auf dem Po…
Nein, ich habe es heute nicht zur Arbeit angezogen, aber nix desto trotz möchte ich es hier gerne vorstellen (die Fotos sind noch von der letzten Fotosession, als noch etwas Sommer war):

Titel

In der Burda vom Juni dieses Jahres sprachen mich auf Anhieb so viele Modelle an, dass ich mir das Heft gekauft habe. Darunter war dieses Kleid mit den sooooo schönen Tütenärmeln, das aber auch ohne Ärmel bereits ein Hingucker ist: Nr. 122 aus Burda 06/2015.

Natürlich habe ich in der Anleitung prompt übersehen, dass der Schwierigkeitsgrad 3 von 4 Punkten vorsah… *hust*

Burda 6_2015 Nr 122

Ein raffiniertes Detail sind bei dem Kleid die angeschnittenen Ärmel mit den Unterarmzwickeln oder -keilen (der wie man das auch immer nennt). Sehr interessant in der technischen Zeichnung. Zu nähen waren diese schon etwas schwieriger. Wenn ich die Anleitung ordentlich gelesen hätte, hätte ich auch die Nahtzugaben der Seitenteile eingeschnitten – nicht die eingesetzten Keile. Nun gut, ich habe es irgendwie hingehuddelt.

Einsatz (2)

Der Schnitt inspirierte mich dazu, den Stoff zu verwenden, den ich bei einer Haushaltsauflösung für einen Euro erstanden hatte: einen super bi-elastischen, leicht plastikhaften hellbraunen Jersey mit psychedelischer Borte in Brauntönen mit weiß. Soviel 70er-Jahre-Charme sollte doch ideal für Tütenärmel sein…

Nun gut. Die Raffung in der Mitte des Vorder- und Rückenteils war nicht wirklich was für mich. Oder für meine (alte Singer) Nähmaschine. Die Naht sitzt nicht ganz mittig, obwohl ich brav mit jeweils den gleichen Abständen und mit großen Stichen daneben abgesteppt und zum Kräuseln den Unterfaden angezogen habe. Den Ausschnitt, der im Heft bei den beiden Modellen mal geschlossen, mal aufgeklappt fotografiert ist, habe ich mit Vlieseline verstärkt und den Beleg viel größer zugeschnitten, als es laut Schnitt eigentlich vorgesehen ist.

Und ja, dann die Ärmel! Diese sollten eigentlich das Highlight an dem Kleid werden. Als ich sie dann dran hatte, dachte ich – neee, das ist echt irgendwie zu viel! Zu viel Stoff, zu viel wildes Muster, zu viel von allem… Hier zu sehen beim Zwischenstand:

Ärmel_lang

Also wieder abgetrennt.

Um die Kiste herumhabe ich auch die Mehrweite wieder rausgenommen, so dass die Falten nicht mehr ganz so „hängen“.

Der Tragekomfort ist sehr bequem, obwohl ich mit dem Ausschnitt hadere, den ich vorn noch an einer Stelle mit ein paar Handstichen verkleinert habe. Und es ist definitiv kein vernünftiges „Kopfkleid“, denn soooo oft gehe ich gar nicht Cocktails trinken. Aber wenn, dann bestimmt mal in diesem Kleid.

Ein ebenfalls cocktail- aber herbsttaugliches Wickelkleid stellt uns Karin heute beim Me Made Mittwoch vor, wo es selbstverständlich noch viel mehr selbstgenähte Kleidung zu entdecken gibt.

Queste-Faktor:
Nähen: ja, die 3 von 4 Punkten Schwierigkeitsgrad für ein Jersey-Kleid kann man geben, wenn man als Nähanfängerin mit Armzwickel und Raffung kämpfen muss.
Glücksfaktor: hm, geht so – halt ohne Tütenärmel. Aber ein besonderes Kleid für besondere Gelegenheiten
Wiederholungsfaktor: Ich liebäugele damit, das Oberteil einfach mal als T-Shirt zu nähen, da ich von der Passform recht überzeugt bin. Und falls ich mal wieder einen richtig schönen Jersey für besondere Anlässe finde (ich fand den Original-Stoff von dem kurzärmligen Kleid ja sehr, sehr schön, aber leider viel zu teuer…), würde ich es mir überlegen.

Sommerbunt

IMG_2153 (3) Ja, das passiert, wenn man sich an einem trüben ’so-gar-nicht-Sommertag‘ von einer Fotoserie mit bunten Sommerfähnchen in einer alten Burda inspirieren lässt und dann anschließend bei einem bekannten Online-Versandhändler Stoffe auf dem ‚Stofftisch‘ hin und her schiebt. Angetan hatte es mir der grüne Maxirock Nr. 111 mit Rüsche und Knopfleiste vorn in einer alten Burda von 3/2007. SommerMode Da ich meinen eigenen Nähkünsten noch nicht so recht traute, ist es bei dem Stoff für den Rock nur „preisgünstiger“ Plastik-Chiffon mit wildem Blumenmuster geworden (wobei der Rock im Folgenden dann von mir auch gern als „LSD-Blümchenrock“ betitelt wurde…). Den Stoff für das Shirt hatte ich gleich dazu ausgesucht, einen Viskosestoff in „Fuchsia“. Auf dem virtuellen Stofftisch sah das zusammen ganz hübsch und sommerlich aus.

Burda_3_2007_111 Der Rock ist schmal geschnitten und hat seitlich je 2 Abnäher vorn und hinten. Dazu kommen noch die Belege für den Bund innen und die Rüsche, die aus zusammengenähten Rechtecken besteht. Da meine Nähmaschine nur geradeaus und im Zickzack nähen kann, habe ich mich für Französische Nähte entschieden, denn die Schnittkanten von dem Plastikzeugs lösten sich bereits beim Ansehen auf. Das Nähen ging relativ problemlos: 70er-Universalnadel, Allzweckgarn, kleine Stichlänge und nicht davon beirren lassen, dass der dünne Chiffonstoff sich total formlos, schlabberig und überaus fusselig verhält… Fussel_nähen
Die Belege sowie beide Knopfleistenseiten habe ich mit Vlieseline verstärkt (Burda wollte nur die Löcher – oder die Knopfseite verstärkt haben, ich habs nicht verstanden, welche…). Die Knopf-Geschichte war sowieso eine Herausforderung für mich, weil ich noch nie Knopflöcher genäht habe. Da meine Nähmaschine kein Knopflochprogramm hat, hieß das daher entweder: Knopfloch aus dünner „Zickzackstich-Raupe“ zusammensetzen oder von Hand nähen. Ich habe es von Hand versucht. Es funktioniert. Schön ist anders. Knopflochnähen_Versäubern
Für die Rüsche sollte man diese in 117 Falten legen: 1 cm breit und 1,5 cm tief…  Ich habe es mit einer Handvoll Falten versucht, mir das Faltenbild eingeprägt und dann frei irgendwie Falten gesteckt. Da sich diese eh nicht auf Augenhöhe befinden, fand ich das ausreichend. Man wird beim Faltenstecken ja auch ganz ramdösig, falls man sich nicht gerade einer vorher selbst hergestellten „Falthilfe“ (pleating board) wie hier bedient… (ziemlich genial, wenn man’s genau bedenkt). Da der Chiffonstoff ja recht durchscheinend ist, habe ich noch einen kürzeren „Unterrock“, dieses Mal aus grünem Chiffon, drangenäht (so bis kurz vorm Knie). Ich hoffe, dieser bietet ein wenig Sichtschutz, falls das Licht mal ungünstig fällt… Ach ja, und die Unterkante vom Beleg habe ich mit Satin-Schrägband eingefasst (im letzten Bild oben in der Reihe kann man es sehen, nebst Unterrock). Da ich fast alle Nähte „französisch“ genäht habe, wollte ich  keinen sichtbaren Zickzack-Stich an dem Rock haben. Burda_ChiffonrockNett ist die Rüsche, die beim Gehen immer etwas zeitverzögert „hinterher weht“ oder sich um einen „herum bauscht“. Also von daher ganz sicher ein Rock mit Spaßfaktor, was das Tragegefühl betrifft. So etwas Beschwingtes fehlte in meiner Garderobe noch. IMG_2170 (2)

Das Shirt ist das China-Shirt von Schnittquelle. Wieder einmal bin ich total begeistert von der Genauigkeit: Alles passt und die Markierungen helfen ungemein beim Zusammenfrickeln. Insgesamt ist es recht einfach zu nähen. Schade nur, dass der Ausschnitt von Anfang an „lappt“. Ich habe daher noch ein dünnes Gummi eingezogen.

Wenn ich ehrlich bin, entsprechen die Materialien so überhaupt nicht meinem „Kopfkleiderschrank“. Plastik ist ehrlich gesagt nicht so meins. Aber an hochwertige Stoffe, die dann auch sehr viel teurer sind, trau‘ ich mich einfach noch nicht ran. Irgendwie bin ich noch in meiner „Näh-Experimentier-Phase“ und gucke, was meine Nähmaschine und ich so zustande bekommen…

Und mehr sommerlich Selbstgenähtes, mit und ohne Plastik, gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu sehen, wo Sybille übers Kofferpacken und die Urlaubsgarderobe philosophiert.

Queste-Faktor:
Nähen: Der Chiffonstoff war nicht ganz einfach zu nähen, dünn, labberig, selbstauflösend. Aber mit genügend Stecknadeln und Geduld ist es machbar. Das China-Shirt dagegen ist einfach zu nähen.
Glücksfaktor: bunt und sommerlich, wie beabsichtigt. Jetzt muss nur noch ausreichend Sommer her, damit ich das Ensemble spazieren tragen kann. Außerdem freue ich mich, dass ich das erste Mal mit Rüsche und Knopfleiste klar gekommen bin.
Wiederholungsfaktor: hm, vielleicht würde ich den Rock mal aus wirklich schönem Batist nähen wollen, jetzt wo ich weiß, dass ich auch mit dünnem, fisseligen Stoff umgehen kann. Das China-Shirt bekommt bestimmt noch weitere Versionen, vielleicht aus etwas dickerem Jersey, denn das ist wirklich klasse.

Hochsommerkleid für über 30 °C

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An ein so heißes Wochenende wie das letzte kann ich mich hier in unseren Breiten eigentlich nicht erinnern. Auf der Terrasse waren es 40 °C. Nur gut, dass ich vorbereitet war und mir in weiser Voraussicht an kalten Märztagen ein Hochsommerkleid genäht habe, das ich heute hier vorstellen möchte. Das kam jetzt im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen und war am Wochenende im Dauereinsatz. Es ist das Titelmodell aus der  burda style 2/2013, Kleid Nr. 114.

Heft_und_Schnitt

Der Stoff war ein Geschenk von meinem Paps, den er beim Kaufhaus mit dem „K“ erstanden hatte. Ich hätte ihn mir selbst nie ausgesucht. Die Farben gefallen mir schon, aber das Muster ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und das Material ist so überhaupt nicht meins: 100 % Plaste mit Elaste.

Die Plaste kann ich nun im Nachhinein als super-Funktionsfaser deklarieren, denn: das Kleid trug sich überaus angenehm: luftig, leicht und schnell trocknend. Der Schnitt weht locker um einen herum und lässt genug Luft an den Körper. Nur die Rückennaht (die im Schnitt nicht vorgesehen ist) stört etwas beim Tragekomfort. Aber da ich nur 2 m Stoff hatte, musste ich beim Rückenteil stückeln.

Burda_WasserfallkleidMit diesem Beitrag reihe ich mich nun ein in die Kleiderparade beim Me Made Mittwoch, wo es bei Frau Kleidermanie ebenfalls um hochsommertaugliche Kleider mit möglichst wenig Stoff geht.

Queste-Faktor:
Nähen: etwas widerspenstig, da die Maschine Stiche ausließ und nur durch das Unterlegen von Küchenkrepp zu vernünftigen Stichen zu überreden war. Sonst war der flutschige Plastikstoff auch nicht gerade kooperativ zu nennen. Meine Probleme beim Wenden des Belegs habe ich hier schon ausführlich beschrieben…
Glücksfaktor: ja, denn ich denke beim Anblick an meinem Paps, der mir den Stoff geschenkt hat. Und das Kleid gefällt mir auch.
Wiederholungsfaktor: bestimmt, denn ich finde den Wasserfall irgendwie ganz pfiffig. Aber dann mit einem Stoff, der Baumwollqualität hat. Änderungen am Schnitt habe ich ähnlich wie beim AnNäherungsshirt von hier übernommen. Vielleicht würde ich nächstes Mal die Armausschnitte hinten etwas weiter ausschneiden und „sommerlicher“ machen.

Das „Romy“-T-Shirt

Front

Auf der Suche nach einem T-Shirt-Schnitt, der nicht ganz alltäglich ist, bin ich bei einer Schnittmuster-Serie in der Burda 6/2013 hängen geblieben. Die Fotoserie orientiert sich an dem Film „Der Swimmingpool“ mit Romy Schneider und hat Kleidung für hochsommerliche Temperaturen zum Thema. Aufgefallen ist mir der Schnitt Nr. 113 wegen seiner schönen Prinzessnähte. In der langen, ärmellosen Variante und mit Reißverschluss wird es als eine Art pseudo-Neopren-Kleid in der Strandserie weiter hinten im Heft gezeigt.

Schnitt

Mein T-Shirt habe ich aus einem etwas dickeren Jersey genäht, von dem ich noch 80 cm herumliegen hatte. Die Anleitung sah vor, die Armausschnitte unten und den Halsausschnitt mit gefalteten Belegstreifen zu versäubern, die erst von rechts aufgenäht, nach innen umgeklappt und dann noch einmal festgenäht werden. Da mein Jersey dafür zu dick war, ist mir das nur bei den Armausschnitten gelungen. Beim Halsausschnitt war mir das dann zu viel Gewurschtel, so dass ich die Stoffkante einfach nach innen umgeklappt und mit einem Zickzackstich festgenäht habe.

Auf dem Foto im Heft ist die Länge nicht wirklich zu erkennen. Ich habe mich an die Trennlinie im Schnitt gehalten und brav die gewünschten 3 cm für den Saum dazu gegeben. Normalerweise sind mir T-Shirts irgendwie immer zu kurz. Dieses ist aber richtig lang ausgefallen. Was mir gut gefällt ist der Ausschnitt, der ganz untypisch für Burda mal nicht bis zum Bauchnabel reicht… Romy_T-ShirtMehr selbstgenähte Kleidung und gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu sehen, wo Karin von dreikah heute nach sommertauglichen Schnitten fragt.

Queste-Faktor:
Nähen: aufgrund des dicken Stoffes nicht wirklich gut zu nähen. Ich hatte an den Unterseiten der Armausschnitte mit einem Mal sehr viel Stoff der diversen Nahtzugaben und von den Belegstreifen, und wusste nicht wirklich, wohin damit. Da ich bisher versuche ohne Nähkurs auszukommen, habe ich zurückgeschnitten und festgenäht, was festzunähen war und gehofft, dass ein halbwegs tragbares Ergebnis dabei rumkommt.
Glücksfaktor: na ja, geht so. Liegt aber eher an dem Stoff, der nicht wirklich für T-Shirts geeignet ist und etwas mehr Weite hätte auch gut getan
Wiederholungsfaktor: definitiv, dann aber aus einem dünneren Jersey

Ich pfeif‘ auf die Kochlöffelmethode…

… oder wie es doch klappt, ein ärmelloses Trägerkleid mit Beleg zu verstürzen.

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Ich bin ja letztens kläglich daran gescheitert, die Anleitung zum Trägerverstürzen beim Kleid 114 aus 2/2013 auch nur annähernd zu verstehen, geschweige denn, umzusetzen. Wobei die Geschichte mit dem Kochlöffel nur einen anschließenden Arbeitsgang darstellt, um die Schulternähte sauber auseinander zu bügeln. Aber wie es ausschaut, bin ich mit meiner Verständnislosigkeit nicht allein. Denn: Ich habe im Web einige Tutorials gefunden, die sich mit der sauberen Verarbeitung von Beleg, respektive Futter und ärmellosen Oberteilvarianten beschäftigen…

Allerdings waren sie bei meinem Nähprojekt nur wenig hilfreich, da sie meist über eine offene Reißverschlussnaht im Rückenteil verfügten.

Geholfen hat mir der Besuch im örtlichen Nähcafé und die Hilfsbereitschaft der gelernten Schneiderin dort. Anders als in der burda Anleitung beschrieben, erklärte sie mir, wie man die Sache mit den Trägern löst, wenn der Beleg (oder das Futter) bereits am Halsausschnitt und an den Ärmellöchern miteinander vernäht sind. Und damit ich nicht alleine mit meinem Wissen da stehe, sondern auch andere, ähnlich ratlose Sewenistas davon profitieren können, habe ich hier mal die Vorgehensweise für euch dokumentiert. Vielleicht kann ich damit bei Gelegenheit einmal weiterhelfen.

Das sind die Schritte:

Burda_1141. Ausgangszustand: Oberstoff und Beleg sind an den folgenden Nähten geschlossen, bzw. aufeinander genäht:
Hals- und Armausschnitt (Oberstoff und Beleg jeweils zusammengenäht),
Seitennähte von Ober- und Belegteil sind jeweils getrennt geschlossen.
Die Schulternähte sind oben bei allen Schnittteilen offen.

2. Das Kleidungsstück ist auf links gewendet. Dabei liegen beim Vorder- und Rückenteil jeweils die rechten Seiten von Oberstoff und Beleg aufeinander. Das Kleidungsstück liegt mit der Vorderseite nach oben.

 

IMG_12963. Ein (rechter) Schulterträger wird in sich gewendet, so dass die linken Stoffseiten innen, die rechten Stoffseiten außen liegen. Der Beleg verläuft nun schräg im Halsauschnitt vom Kleidungsstück von außen nach innen, halb auf rechts, halb auf links gewendet, aber das stört aber nicht weiter.

 

 

 

 

IMG_12974. Den zunächst auf dem Kleidungsstück liegenden Träger klappt man wie eine Buchseite einfach nach rechts neben das Kleidungsstück (wie wenn man ein Buch rückwärts aufblättert).

 

 

 

 

5. So wie das Kleidungsstück liegt, wendet man es komplett. Die Vorderseite liegt nun auf dem Tisch, die Rückseite einem zugewandt.

6. Der vorher ausgeklappte Träger wird ebenfalls wie bei einer Buchseite auf das Kleidungsstück, so wie es vor einem liegt, oben draufgeklappt/draufgelegt.

 

 

gedreht7. Der Träger wird, so wie er liegt, von unten unter den Beleg in den Träger des Rückenteils geschoben (oben bleibt oben, unten bleibt unten). Er befindet sich damit zwischen dem Rückenbeleg und dem Oberstoff des Rückenteils. Also genau dazwischen. Oben werden die offenen Kanten der Trägerenden aufeinander gelegt und mit Stecknadeln gesichert/geheftet.

 

 

 

IMG_1299 (2)8. Die Schulternaht des Trägers wird geschlossen. Dabei werden alle vier Stofflagen (Träger-Vorder- und Rückenteil sowie Beleg-Vorder- und Rückenteil) in eins miteinander vernäht. Nahtzugabe zurückschneiden und nach Wunsch versäubern. (wohin die gebügelt werden sollten, entzieht sich leider meiner Kenntnis, ich glaube, die liegen zwangsweise alle in einer Richtung)

 

 

fertig9. Träger des Vorderteils aus dem Träger des Rückenteils nach unten wieder hervorziehen. Dabei wendet sich der Beleg und – tadaah: Beleg und Träger erscheinen richtig herum und die Schulternaht ist von außen und innen sauber geschlossen (hier mit eingenähter Falte, das geht bestimmt besser. Sicherheitshalber kann man das vorher ab dem Stadium mit den Stecknadeln mal testen – nicht, dass der Träger doch verdreht ist). Dass da jetzt nicht mehr mit einem Kochlöffel irgendwas gebügelt wird, versteht sich von selbst, oder?

Die ganze Geschichte wiederholt man jetzt spiegelbildlich mit dem linken Träger und hat damit die burda Anleitung erfolgreich umgangen! (Und bedurfte auch keiner offenen Rückennaht – mit oder ohne Reißverschluss – zum Wenden).

Nachteil: je nach Stoffdicke und Nahtzugabe oben am Träger an den Hals- und Armausschnitten gibt es keinen ganz sauberen Übergang an der Schulternaht (vom Rückenteil zum Vorderteil), da die beiden „Trägerschläuche“ bei dieser Konstruktion einander „umfassen“. Die Nahtzugabe stört dabei. Dünne Stoffe und eine schmale Nahtzugabe scheinen dabei von Vorteil zu sein.

Ich freue mich, wenn diese Anleitung weiterhilft oder aber auch über Tipps, wie es vielleicht auch noch gaaaanz anders geht. Links (wie hier, ganz unten) und sachdienliche Hinweise nehme ich gerne entgegen!

PS.: Jau, auch für Beratung im Nähcafé bin ich gerne bereit, das dortige Kaffeeschweinerl zu füttern. Schließlich habe ich eine Dienstleistung in Anspruch genommen… Wie handhabt ihr das so?