Orientalisches Hackfleischgewürz nach Schuhbeck

Gewurz1Ich liebe Gewürze. Daher hatte vor einiger Zeit auch das Buch von Alfons Schuhbeck bei mir Einzug gehalten: „Meine Reise in die Welt der Gewürze“. Neben ein wenig Warenkunde und persönlichen Erzählungen seiner Reise auf die Gewürzmärkte des Orients, finden sich darin Grundrezepte bekannter Gerichte wie Humus, Baba Ganush, Falafel oder Tabuleh sowie eine Auswahl an Rezepten aus der Feder Schuhbecks mit klingenden Namen wie „Arabisches Gröstl“, „Arabisch-bayerisches Hendl“ oder Milchpudding mit Quittenragout und Berberitzen“…

Selbstverständlich werden diese Gerichte mit aromatischen Gewürzmischungen zubereitet, die vom Autor persönlich gemixt, in kleine Döschen abgefüllt und im gut sortierten Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden…

Rezepte, wie die Gewürzmischungen zuzubereiten sind, findet man dagegen nicht. Natürlich nicht…

Gewurz5Was man aber findet, ist eine Beschreibung sowie ein Bild, das die Zutaten der Gewürzmischung zeigt. Ob die Mengenanverhälntisse jedoch stimmen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Nix desto trotz habe ich jetzt schon zum zweiten Mal das „Orientalische Hackfleischgewürz“ selbst zubereitet. Wie man im Buch lesen kann, bereiten die Menschen im Orient (wohl genau wie in Indien „das“ Curry) die Würzmischungen selbst zu, Variationen inklusive.

Daher habe ich das Foto der Würzmischung einfach mal als Anregung genommen, diese Mischung selbst nachzubasteln. Als echter Gewürzfan habe ich alle Zutaten vorrätig gehabt. Grobe, harte Gewürze wie getrocknete Ingwer- und Gelbwurzknolle (gibt’s z.B. im Asia-Laden) habe ich grob in der Mulinette geschrotet, den Rest habe ich von Hand in einer herkömmlichen Gewürzmühle „durchgemöllert“. Zweimal, um genau zu sein. Da ich immer noch einige große Gewürzreste hatte, die durch die Handmühle geschlüpft sind, habe ich diese ausgesiebt, ebenfalls noch mal in der Mulinette klein gemacht und der Würzmischung wieder zugegeben.

Hier nun meine Mischung:

2 TL Kreuzkümmelsamen (Cumin)
1-2 TL getrocknete Chilischoten (Menge nach persönlicher Vorliebe)
2 TL schwarze Pfefferkörner, ganz
1/2 daumengroßes Stück getr. Curcumawurzel (hatte mir mein Paps aus Sansibar mitgebracht)
2 TL Fenchelsamen
2 TL gemahlener Zimt
2 TL Gewürznelken
2 TL Koriandersamen, ganz
2 TL gem. Paprika, edelsüß
2 TL Anissamen
1 daumengroßes Stück getr. Ingwerwurzel
1 Vanilleschote, ganz (mit der Schere in kurze Stücke geschnitten)
2-3 TL grüne Kardamomkapseln, davon die Hüllen entfernt und nur die kleinen Samenkörner

(Beim Herrn Schuhbeck ist wohl noch getrockneter Knoblauch enthalten, aber den gebe ich beim Kochen lieber frisch dazu) Die Gewürze einfach zusammen vermahlen. Ich schwöre aufs Vermahlen von Hand, da ich mir vorstelle, dass die ätherischen Öle besser enthalten bleiben, als wenn ich alles mit hoher Geschwindigkeit mit den Schlagmessern der Mulinette atomisiere.

Gewurz3

Queste-Faktor:
Gewürzzusammenstellung: etwas abenteuerlich, das Vermahlen dauterte bei mir von Hand und mit nochmaligem Sieben gut eine Stunde, meine Handgelenke waren hinterher etwas lahm…
Glücksfaktor: immens, der Duft ist fantastisch und die Vorfreude aufs Kochen groß!

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Johannisbeerkuchen vom Blech

Johannisbeerkuchen

Sommerkuchen, dezent mit Johannisbeeren belegt und daher auch von Johannisbeerverächtern für essbar befunden:

Zutaten (für ein tiefes Backblech):

Teig:
250 g Butter
250 g Zucker
5 Eier
2 cl brauner Rum
400 g Weizenmehl
2 TL Backpulver
etw. gem. Vanille

Belag:
verlesene und ihren Stielen befreite Johannisbeeren (Menge nach persönlicher Vorliebe oder was ein Strauch und alles, was vom Nachbarn so rüberwächst, hergibt…)

Zubereitung:
Aus den Zutaten einen Rührteig bereiten, diesen gleichmäßig auf ein gefettetes und bemehltes Backblech streichen, mit den gewaschenen und verlesenen Johannisbeeren nach Gutdünken belegen und ca. 40 min. bei 175 °C (Umluft, vorgeheizt) goldgelb backen, auskühlen lassen und mit einem Guss aus Zitronensaft und Puderzucker bestreichen.

Zusatz: man kann die Mengen für den Teig auch halbieren und ihn mit Äpfeln belegen und in einer Springform backen, dann hieße er „Apfelkuchen, sehr fein“ und kommt aus der Versuchsküche des Dr. O. …

Queste-Faktor:
Zubereitung: einfach Rührteig rühren, mit Obst belegen – alles easy
Glücksfaktor: 2+, wenn man ihn bei Sommerwetter auf der Terrasse verspachteln kann, obwohl eigentlich Regen vorhergesagt wurde.

Farblich harmonisierendes Jerseykleidchen: Lavena von Schnittquelle – macht auch glücklich…

Zitronenzupfbrot

Zitronenzupfbrot … oder „lemon-pull-apart-bread“, wie es auch genannt wird, gab es am Feiertag diese Woche. Das hatte ich mir schon lange vorgenommen einmal zu backen. In „pikant“ kannte ich es schon, zum Beispiel mit Butter und Kräutern gewürzt. Nun also in „süß“, mit Butter, Zucker und Zitronenabrieb. Das Rezept habe ich von hier, wo es in amerikanischen „cups“ notiert ist. Ein amerikanisches Bechermaß habe ich zwar für meine Eisrezepte, fürs wiederholte Backen habe ich mir aber gleich die entsprechenden Mengen in Gramm aufgeschrieben. Es ist nämlich definitiv ein Rezept, das in den Fundus aufgenommen wird!

Zutaten:
400 g Mehl
60 g Zucker
140 ml Milch
1 Pack. Trockenhefe
1/2 TL Salz
4 EL Butter (= 55 g)
2 Eier
1/2 TL gem. Vanille

Füllung:
4 EL weiche Butter zum Bestreichen
4 EL Zitronenabrieb (bei mir Abrieb von 2 Bio-Zitronen)
120 g Zucker (kann ruhig weniger sein…)

Zitronen-Guss: aus Zitronensaft und Puderzucker habe ich mir gespart.

Zubereitung: Hefeteig bereiten (ich habe ihn über Nacht im kühlen Keller gehen lassen), morgens noch einmal durchkneten, ausrollen, mit der weichen Butter bestreichen und gleichmäßig mit Zucker und Zitronenabrieb bestreuen, der Länge nach teilen, die Hälften jeweils der Länge nach einmal umklappen und in Quadrate teilen, die aufrecht stehend in eine mit Backpapier ausgelegte Backform passen, mit dem Falz nach unten, dann noch mal etwas gehen lassen (ca. 30 min).

Zubereitung

Backen: 175 °C (bei mir vorgeheizt, Umluft), 40 min (die restl. 15 min abgedeckt, da das Brot bereits recht braun war)

Queste-Faktor:
Zubereitung: einfach, wenn Hefeteig zu den Standard-Rezepten gehört…
Glücksfaktor: definitiv – so zitronig-lecker wie es ist, schmeckt als süßes Frühstücksbrot, gab’s bei uns auch am Nachmittag zum Kaffee mit selbstgemachter „Brombeer-de-luxe“-Marmelade…