Brot und Butter #3: Zwischenstand

Mein Brot-und-Butter-Nähen entwickelt sich ganz zu einer kleinen, aber feinen Auxerre Massenproduktion… Ich mag den Schnitt einfach zu gern. Und so teste ich gerade aus, wie er sich in den verschiedenen Materialien nähen lässt. Zur Wahl standen: ein ultra-labbriger, dünner Elastik-Jersey in Braun mit gold-gelben ‚Plühmchen‘, ein fester, wenig elastischer Jersey mit Ausbrenner-Rosen und ein recht dicker, billiger Jersey.

Angefangen mit meiner Massenproduktion habe ich mit Auxerre #1 und dem Ausbrenner-Jersey. Da er sehr fest ist, habe ich eine dünne Jersey-Nadel genommen. Denn schon beim Aufeinanderstecken der Teile habe ich gemerkt, dass meine normalen Stecknadeln manchmal nur unwillig durch den Stoff wollen. Der Ausbrennersamt stoppte noch zusätzlich. Aber zu guter letzt habe ich es fertig bekommen.

Es folgte Auxerre #2 aus dem dünnen Flutsch-Jersey. Irgendwie komme ich mit diesen dünnen, labrigen Stoffen relativ gut klar. Hier habe vor dem Ärmeleinnähen auch noch mal die Nahtlinie an den Schultern geprüft, mit weißem Stift auf links den optimalen Nahtverlauf aufgemalt und festgestellt, dass ich oben an den Schultern gut 2 cm weg nehmen kann – dann habe ich auch weniger Falten neben dem Ausschnitt. Bei beiden Shirts habe ich übrigens wieder den Kragen mit Vlieseline bebügelt, weil ich ihn als echten Stehkragen lieber mag.

Und wie es aussieht, fällt der Schnitt bei den dünnen Jerseys irgendwie netter, figurbetonter. Da der steife Samtrosen-Jersey hinten über dem Podex doch irgendwie zu viel Luft hatte, habe ich mir 2 Abnäher ausgedacht, die schmalste Stelle markiert und somit an der Stelle über der Kiste Weite weg genommen. Man sieht es auf dem Vorher-hinterher-Foto leider nicht so gut, aber das 2. Foto fällt eindeutig taillierter aus. Ich glaube, man sieht, was gemeint ist… oder?

Auxerre_mit_und_ohne_Abnäher

Das Auxerre #3 ist noch in Arbeit. Irgendwie scheint es sehr auf „Krankenhauskittel“ hinaus zu laufen, wenn ich mir nicht schleunigst was einfallen lasse. Bänder auf die Ärmel? Ach nööö. Maschinensticken? Hm, ich weiß nicht. Bedrucken? Hmpf. Wenn ich überhaupt keine zündende Idee habe, kommen Game-of-Thrones-Spiralen auf die Ärmel und Schultern. Das kann ich. So.

Auxerre_Zwischenstand

Und nun gehe ich mich mal schnell auf den letzten Drücker verlinken und schaue mal hier, wie weit meine Mitstreiterinnen sind.

Der Carmen-Pullover

Der Winter naht…

Und deshalb habe ich mir in meiner Nähzeit einmal kein Kleid genäht, sondern einen Pullover…

Carmen_Pullover_Titel

Und zwar den Carmen-Pulli von Schnittquelle. Das ganze ist mein erstes Projekt, das ich mit meiner neuen Nähmaschine genäht habe. Und ich bin wirklich hoch erfreut, dass mein neuer ‚Nähpanzer‘ (leider ist meine neue kein graziles 70er-Jahre-Schmuckstück, aber das war auch ehrlich gesagt auch kein Auswahlkriterium…) so herrlich leise, gleichmäßig und komfortabel näht.

Der Strickstoff besteht, glaube ich, aus Plastik und war mal ein Angebot eines bekannten Online-Stoffversands. Für meinen ersten selbstgenähten Pullover aber ganz brauchbar. Der Stoff ist leider nicht so flauschig und warm, wie ich ihn gerne hätte und bedingt durch den riesigen Ausschnitt „zieht“ es etwas um den Hals…

Von dem Schnittmuster bin ich recht überzeugt: bei dem Raglanschnitt passt alles und fügt sich 1a zusammen. Ich habe den Pullover 7 cm länger gemacht, als ursprünglich vorgesehen. Um die Kiste herum hatte ich erst etwas mehr Stoff zugegeben, aber dann hinterher wieder enger gemacht. So rum ist mir das lieber als zu eng nähen…

Carmen_Pullover_fin

Noch mehr selbstgenähte Kleidung gibt es wie immer beim Me Made Mittwoch zu entdecken, wo uns Muriel von Nahtzugabe5cm ein wunderhübsches HochzeitsgastOutfit (HGO) vorstellt.

Queste-Faktor:
Nähen: wieder ein großer Pluspunkt für das Schnittmuster von Schnittquelle. Meine neue Nähmaschine hat alles toll transportiert und ohne Mucken vernäht. Gewählt habe ich für den Strickstoff diesen kleinen „Säge-Stich“, der speziell für elastische Stoffe gedacht ist und eine Jersynadel. Die Nahtzugabe habe ich mit einem groß eingestellten Zickzack-Stich versäubert.
Glücksfaktor: toller Schnitt, noch tollere Nähmaschine. Nähen ist klasse!
Wiederholungsfaktor: ja, mit einem richtig kuscheligen Stickstoff. Oder vielleicht sogar mal mit transparenten Tüll und französischen Nähten? Ich finde, der Schnitt hat Potenzial.

Das Bambi-Kleid

So, bevor sich der Sommer komplett verabschiedet, möchte ich hier noch schnell mein „Bambi-Kleid“ vorstellen.

Bambi-Kleid

Und ja: es ist ein Ajaccio. Als Schnittquelle im Sommer 25 % Rabatt auf alle Schnittmuster gewährt hat, habe ich zugeschlagen und mir nach so vielen begeisterten Berichten endlich auch mal diesen Kleiderschnitt gegönnt.

Den Stoff habe ich schon vor Urzeiten auf dem holländischen Tuchmarkt erstanden. Er fiel mir erst wegen der hübschen Blümchen auf dem weißen Grund ins Auge. Dann habe ich entdeckt, dass sich zwischen den Blumen höchst kitschige Papageien und Schmetterlinge tummelten… Erst danach habe ich das Bambi nebst Papa Hirsch zwischen Blümchen, Schmetterlingen und Vögelein entdeckt und dachte „och nee, was ist das kitschig!“ und habe den Stoffballen wieder hingelegt und bin weiter gegangen. Allerdings kam ich nur 3 Schritte weit, weil ich nach kurzer Überlegung zu dem Entschluss kam, dass der Stoff sooo kitschig schön ist, dass er schon wieder gut ist – und der Meinung bin ich immer noch (Bambi hin oder her).

Da ich damals nicht so richtig wusste, was ich aus dem Stoff basteln wollte (und er nicht ganz so billig war – übrigens ein schöner, griffiger & elastischer Jersey), hatte ich nur 1,50 m zur Verfügung. Ein Ajaccio in Gr. 40 braucht aber 1,90 m… Da die Bambis auch nicht auf dem Kopf stehen sollten, musste ich mich strikt an den Verlauf halten. Mit ein wenig Tricksen und ziemlich anfängergehuddeltem Stückeln habe ich dann auch alle Schnittteile aus meinen eineinhalb Metern schneidern können. Ich glaube, es fällt kaum auf, dass vorn am Rockteil ein Stück rangebastelt ist. Oder?

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Das Nähen ging dank Tutorial ganz gut. Etwas tricky ist aber wirklich die Ecke + Lücke in der Mitte vom oberen und unteren Vorderteil, die es aneinander zu nähen gilt. So ganz habe ich’s nicht raus, wie das geht, und ich habe nach dem ersten Versuch alles wieder getrennt und noch einmal genäht.

Und weil zu diesem Sommer 2015 nicht nur mein erstes Ajaccio gehört, sondern auch eine weitere Errungenschaft, durfte diese auf einigen Fotos auch mit aufs Bild. (Danke übrigens an Mama macht Sachen – was ihr das „Stehpaddeln“ ist, ist mir meine Ukulele…! In diesem Sinne: Do! That! Thing!)

Bambi-Ajaccio2

Es ist eine Konzert-Ukulele mit wirklich schönem Klang. Unterricht habe ich keinen, aber dafür gibt es ja genügend Tutorials im Web. Als erstes Lied übe ich zurzeit „viva la vida“ von Coldplay nach diesem Tutorial… (bis zur Hälfte bin ich schon).

Noch mehr Spätsommerkleider und erste Herbst-Outfits wie den tollen Maxi-Strickmantel von Dodo sieht man wie immer beim Me Made Mittwoch.

Queste-Faktor:
Nähen: relativ einfach mit gut beschriebenen Tutorial – allerdings habe ich noch nicht raus, wie man das Dreieck vorn im Oberteil wirklich richtig näht – und ja, man kann mit Huddelei auch aus 1,50 m einen Schnitt nähen, der für 1,90 m gedacht ist.
Glücksfaktor: das Kleid ist mein Sommerkleid dieses Jahres. Ich mag es wegen der kitschigen Bambis irgendwie ganz gerne. Und die Ukulele macht einfach nur gute Laune.
Wiederholungsfaktor: definitiv. Und ja – die Welt könnte noch mehr Ukulelen gebrauchen…
Blöd ist: ich muss jetzt meine freie Zeit aufteilen zwischen Nähzeit und Ukulele üben…

Sommerbunt

IMG_2153 (3) Ja, das passiert, wenn man sich an einem trüben ’so-gar-nicht-Sommertag‘ von einer Fotoserie mit bunten Sommerfähnchen in einer alten Burda inspirieren lässt und dann anschließend bei einem bekannten Online-Versandhändler Stoffe auf dem ‚Stofftisch‘ hin und her schiebt. Angetan hatte es mir der grüne Maxirock Nr. 111 mit Rüsche und Knopfleiste vorn in einer alten Burda von 3/2007. SommerMode Da ich meinen eigenen Nähkünsten noch nicht so recht traute, ist es bei dem Stoff für den Rock nur „preisgünstiger“ Plastik-Chiffon mit wildem Blumenmuster geworden (wobei der Rock im Folgenden dann von mir auch gern als „LSD-Blümchenrock“ betitelt wurde…). Den Stoff für das Shirt hatte ich gleich dazu ausgesucht, einen Viskosestoff in „Fuchsia“. Auf dem virtuellen Stofftisch sah das zusammen ganz hübsch und sommerlich aus.

Burda_3_2007_111 Der Rock ist schmal geschnitten und hat seitlich je 2 Abnäher vorn und hinten. Dazu kommen noch die Belege für den Bund innen und die Rüsche, die aus zusammengenähten Rechtecken besteht. Da meine Nähmaschine nur geradeaus und im Zickzack nähen kann, habe ich mich für Französische Nähte entschieden, denn die Schnittkanten von dem Plastikzeugs lösten sich bereits beim Ansehen auf. Das Nähen ging relativ problemlos: 70er-Universalnadel, Allzweckgarn, kleine Stichlänge und nicht davon beirren lassen, dass der dünne Chiffonstoff sich total formlos, schlabberig und überaus fusselig verhält… Fussel_nähen
Die Belege sowie beide Knopfleistenseiten habe ich mit Vlieseline verstärkt (Burda wollte nur die Löcher – oder die Knopfseite verstärkt haben, ich habs nicht verstanden, welche…). Die Knopf-Geschichte war sowieso eine Herausforderung für mich, weil ich noch nie Knopflöcher genäht habe. Da meine Nähmaschine kein Knopflochprogramm hat, hieß das daher entweder: Knopfloch aus dünner „Zickzackstich-Raupe“ zusammensetzen oder von Hand nähen. Ich habe es von Hand versucht. Es funktioniert. Schön ist anders. Knopflochnähen_Versäubern
Für die Rüsche sollte man diese in 117 Falten legen: 1 cm breit und 1,5 cm tief…  Ich habe es mit einer Handvoll Falten versucht, mir das Faltenbild eingeprägt und dann frei irgendwie Falten gesteckt. Da sich diese eh nicht auf Augenhöhe befinden, fand ich das ausreichend. Man wird beim Faltenstecken ja auch ganz ramdösig, falls man sich nicht gerade einer vorher selbst hergestellten „Falthilfe“ (pleating board) wie hier bedient… (ziemlich genial, wenn man’s genau bedenkt). Da der Chiffonstoff ja recht durchscheinend ist, habe ich noch einen kürzeren „Unterrock“, dieses Mal aus grünem Chiffon, drangenäht (so bis kurz vorm Knie). Ich hoffe, dieser bietet ein wenig Sichtschutz, falls das Licht mal ungünstig fällt… Ach ja, und die Unterkante vom Beleg habe ich mit Satin-Schrägband eingefasst (im letzten Bild oben in der Reihe kann man es sehen, nebst Unterrock). Da ich fast alle Nähte „französisch“ genäht habe, wollte ich  keinen sichtbaren Zickzack-Stich an dem Rock haben. Burda_ChiffonrockNett ist die Rüsche, die beim Gehen immer etwas zeitverzögert „hinterher weht“ oder sich um einen „herum bauscht“. Also von daher ganz sicher ein Rock mit Spaßfaktor, was das Tragegefühl betrifft. So etwas Beschwingtes fehlte in meiner Garderobe noch. IMG_2170 (2)

Das Shirt ist das China-Shirt von Schnittquelle. Wieder einmal bin ich total begeistert von der Genauigkeit: Alles passt und die Markierungen helfen ungemein beim Zusammenfrickeln. Insgesamt ist es recht einfach zu nähen. Schade nur, dass der Ausschnitt von Anfang an „lappt“. Ich habe daher noch ein dünnes Gummi eingezogen.

Wenn ich ehrlich bin, entsprechen die Materialien so überhaupt nicht meinem „Kopfkleiderschrank“. Plastik ist ehrlich gesagt nicht so meins. Aber an hochwertige Stoffe, die dann auch sehr viel teurer sind, trau‘ ich mich einfach noch nicht ran. Irgendwie bin ich noch in meiner „Näh-Experimentier-Phase“ und gucke, was meine Nähmaschine und ich so zustande bekommen…

Und mehr sommerlich Selbstgenähtes, mit und ohne Plastik, gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu sehen, wo Sybille übers Kofferpacken und die Urlaubsgarderobe philosophiert.

Queste-Faktor:
Nähen: Der Chiffonstoff war nicht ganz einfach zu nähen, dünn, labberig, selbstauflösend. Aber mit genügend Stecknadeln und Geduld ist es machbar. Das China-Shirt dagegen ist einfach zu nähen.
Glücksfaktor: bunt und sommerlich, wie beabsichtigt. Jetzt muss nur noch ausreichend Sommer her, damit ich das Ensemble spazieren tragen kann. Außerdem freue ich mich, dass ich das erste Mal mit Rüsche und Knopfleiste klar gekommen bin.
Wiederholungsfaktor: hm, vielleicht würde ich den Rock mal aus wirklich schönem Batist nähen wollen, jetzt wo ich weiß, dass ich auch mit dünnem, fisseligen Stoff umgehen kann. Das China-Shirt bekommt bestimmt noch weitere Versionen, vielleicht aus etwas dickerem Jersey, denn das ist wirklich klasse.

Ostermontag im Auxerre

Auxerre2Ich bin ein Ostermensch. Ich liebe es, mit netten Menschen bis in die Puppen zu zusammen zu sitzen, zwischendurch spazieren zu gehen, je nach Wetterlage eine Beachvolleyball-Session einzulegen oder faul in der Sonne auf der Picknickdecke zu liegen, kleine Wettkampfspiele (ohne Grenzen) zu machen (besonders, wenn Kiddies mit von der Partie sind) und Brötchen, Salate, Käse, Marmelade, Kuchen, Fruchtquark, Eier und Schokokrams bis 18/19 Uhr durcheinander zu frühstücken. Daher gebe ich mir einmal im Jahr den kulinarischen overkill mit tagelanger Vorbereitung in der Küche. Ein geselliges Ostermontagfrühstück hat für mich Tradition, seit ich zu Hause ausgezogen bin und ich eigenständig feiere.

Dieses Jahr hatten wir 17 Gäste, inklusive 6 Kinder von klein bis halbgroß. Es war nett. Das Wetter hat aufgrund des frühen Zeitpunkts im Jahr leider nicht für ein Frühstück auf der Terrasse gereicht (was wir auch schon gemacht haben), aber ein Spaziergang in der Sonne war drin.

Als um 18 Uhr alle weg waren und die Spülmaschine zum 2. Mal lief, fiel mir vor dem wohlverdienten Abhängen auf dem Sofa noch rechtzeitig ein, den HaLiebsten um ein paar Fotos vom selbstgenähten Auxerre zu bitten. Schon vor einiger Zeit aus einem weißen Stretch-Jacquard-Stoff genäht. Es ist leider nicht so stretchig wie Jersey, aber der Stoff lässt doch relativ viel Bewegungsfreiheit zu. Hat etwas Stand und ist daher für etwas festlichere Anlässe gut geeignet. Zum Beispiel: Ostern.  Hier also Auxerre im noch winterschlafenden Garten zum Zweiten:

Auxerre_Jacquard2

(Ensemble mit grauer Cordhose und grauen Winterfilzpantoffeln, Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn mich der Fotograf auf diverse unschöne Faltenwürfe aufmerksam gemacht hätte. Aber man kann nicht alles haben…)

Noch mehr Selbstgenähtes, dieses Mal unter dem Motto „Frühlingserwachen“ (wozu ich jetzt angesichts meines eher neutralen outfits und des noch verschlafenen Gartens wirklich nicht viel beitragen konnte), gibt es beim Me Made Mittwoch zu sehen.

Queste-Faktor:
Nähen: da zuvor bereits genäht, recht einfach. Auch den Knackpunkt mit dem Kragen konnte ich jetzt mühelos bewältigen. Der Stoff hat brereits genügend Stand, so dass ich den Kragen auch nicht mit Vlieseline verstärken musste, und da er nicht so stretchig ist wie Jersey, könnte man im Rücken zwei Abnäher machen – der Stoff „krumpelt“ sich dort doch recht deutlich. Vielleicht nächstes Mal…
Glücksfaktor: ein Auxerre für festliche Anlässe kann man so nicht kaufen, gibt’s nur selbstgemacht und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.
Wiederholungsfaktor: definitiv, Auxerre ist ein Lieblingsschnitt von mir

Kassak Auxerre von Schnittquelle

Heute möchte ich zum Me Made Mittwoch eines meiner absoluten Lieblingsstücke vorstellen: Kassak Auxerre von Schnittquelle – bereits vor zwei Jahren genäht und seitdem heiß geliebt:

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Zuerst hatte ich den Stoff (heruntergesetzt und online im Schlussverkauf) bestellt; einen Viskose-Ausbrenner-Jersey mit Paisley-Muster (dadurch etwas durchsichtig an manchen Stellen). Ungefähr zur selben Zeit hatte ich mit dem Schnitt auf der Schnittquelle-Webseite geliebäugelt. Erst später habe ich bemerkt, dass es der Originalstoff von dem im Online-Shop gezeigten Modell war.

Mit der Anleitung hatte ich Probleme, was das Zusammenfügen von Kragen und den entsprechenden Kanten des Rückenteils betraf. Da musste ich ein wenig tüfteln. Das dazugehörige Auxerre Tutorial auf dem Schnittquelle-Blog wurde leider erst nach meiner Näherei veröffentlicht… Der Knackpunkt, der mich zum Stolpern brachte, wird jetzt bestens erklärt in dem Absatz „Im Rückteil Schultereckmarkierung vom Schnitt übernehmen“, was mit dem passenden Foto mit den beiden sich kreuzenden Stecknadeln sehr anschaulich gemacht wird.

Genäht habe ich den Stoff mit Jersey-Nadel und schmalem Zickzackstich. Das klappte mit meiner alten Singer sehr gut.

Anders als in der Anleitung beschrieben, habe ich mir Bügeleinlage zugeschnitten und ab der Mitte des Ausschnitts bis zu den Kragenteilen aufgebügelt, damit der Stehkragen auch wirklich steht. Allerdings wurde es erst mit der zweiten Schicht Bügeleinlage so fest, wie ich es mir vorgestellt hatte.

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Ich trage das Shirt ehrlich gesagt nur halb so oft, wie ich eigentlich möchte, da ich befürchte, dass es sich durch häufiges Waschen irgendwann mal auflösen wird…
An dem Schnitt mag ich besonders den leicht asiatisch-orientalischen Touch durch den Stehkragen und den V-Ausschnitt. Und mehr Lieblingsstücke gibt es wie immer beim Me Made Mittwoch zu sehen.

Questefaktor:
Nähen: etwas tricky für mich, was den Kragen betrifft, aber sonst recht einfach
Glücksfaktor: groß! wirklich! Der Grund, warum Selbernähen besser ist als Kaufkleidung
Wiederholungsfaktor: definitiv – ich habe bereits ein zweites Modell aus etwas steifem, weißem Jacquard-Stoff genäht ( für  etwas „schickere“ Anlässe – nur leider nicht so bequem, da weniger dehnbar)
Änderungen: Bügeleinlage zur Verstärkung des Kragens und die Ärmel habe ich am Oberarm weiter gemacht (richtig anfänger-gehuddelt mit eingesetztem Stoffkeil… sieht man aber nicht!). Die überlappenden Hälften des V-Ausschnitts habe ich mit ein paar Handstichen gesichert.

„AnNÄherungs-Shirt“ burda 113 02/2013

Zum Me Made Mittwoch stelle ich heute mein Burda „Wasserfall-Shirt“ vor, das ich auf der AnNÄHerung 2015 als Zweitprojekt genäht und hinterher – etwas erledigt aber glücklich – noch schnell bei Tageslicht fotografieren lassen habe:

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Verwendet habe ich dafür einen dünnen, leicht beige-melierten Leinen-Jersey (von hier), der aufgrund seines Gewichts wohl gerade so an der Grenze dessen ist, was der Ausschnitt noch vertragen kann.

Das Nähen ging recht gut. Wenn man erst einmal durch die Anleitung gestiegen ist, ist die Konstruktion des „Wasserfalls“ auch recht einfach: erst die Seiten am Abnäher einkräuseln, in der Mitte zusammen nähen, so dass der spätere Wasserfall darüber eine Röhre bildet. Dieser wird dann ebenfalls oben eingekräuselt und der Überstand, der oben über dem Ausschnitt übersteht, wird nach innen, in den Ausschnitt eingeklappt und unsichtbar am Beleg festgeheftet. Da ich vergessen hatte, die Markierungszeichen für die Raffungen in meine Stoffteile einzuzeichnen, habe ich beim Nähen auf die Fotos von smilas toller Anleitung geguckt.

Heidy von jungsnaht gab mir noch den Tipp, nur wirklich leichte Materialien (wie Netztüll oder ganz dünne Jerseys) zu nehmen und den Wasserfall oben zu verlängern, damit nicht unversehens die Heftstelle vom Wasserfall aus dem Ausschnitt rausklappt. Außerdem meinte sie, dass fast alle, die das Shirt bisher genäht haben, oben unter den Armen noch Weite dazu geben mussten, da der Schnitt doch recht „körpernah“ ausfällt. Obwohl der Stoff aufgrund des Elastan-Anteils recht dehnbar ist, habe ich das auch gemacht und aus den Nahtzugaben jeweils links und rechts noch 1 cm rausgeholt. Dafür habe ich beim Vorderteil unten am Saum links und rechts jeweils 6 cm Weite reduziert. Die Änderungen fürs nächste Mal sehen dann so aus:

Foto-3Beim Zuschneiden hatte ich bereits die Wasserfall-Breite um 2 cm schmaler gemacht, da ich diesen Änderungsvorschlag auch öfter gelesen habe. Der Saum hängt vorn (wie auf vielen Fotos im Web) etwas herunter, was ich noch begradigen könnte.

Da ich bei Muriel von Nahtzugabe5cm gelesen hatte, dass sie den Ausschnitt mit Nahtband verstärkt hat, habe ich als Sicherheitsvorkehrung gegen das Ausleihern und Umklappen gleich den ganzen vorderen Beleg mit einem breiten Streifen Vliseline bebügelt.  Trotz des (für mich gefühlt) riesigen Ausschnitts gefällt mir das Shirt.

Der Kater „klebte“ am Sonntag beim Fotografieren quasi an meinen Beinen. Wahrscheinlich hat er mich das Wochenende, das ich von morgens bis abends in der Bielefelder Jugendherberge nähend und quatschend verbracht habe, wohl doch irgendwie vermisst…BurdaShirt

Und als kleine AnNäherungs-Nachbetrachtung hier auch noch mein eigentliches Hauptprojekt, das mir aber nicht gelungen ist: Kleid Marl von Schnittquelle – hier in Shirt-Variante, genäht aus Sweatshirt- und Nickistoff:Schnittquelle_Kleid_Marl_als_ShirtNee, es gefällt mir nicht und entspricht ganz und gar nicht meinen Erwartungen. Der Schal sieht fipsig aus und die Schulternaht, die entsteht, wenn man die Schaldrapierung laut Anleitung näht, finde ich überhaupt nicht schön. Abtrennen und ohne Naht auf der Puppe neu konstruieren, wäre jetzt mein Lösungsvorschlag. Oder das Shirt ohne Schal tragen. Das gefällt mir nämlich recht gut.

Eine ausführliche Nachbetrachtung zur AnNäherung 2015 kommt auch noch, sobald ich die Fotos sortiert habe – versprochen!

Mehr selbstgenähte Kleidung gibt es wie immer hier beim Me Made Mittwoch zu sehen – heute vorgestellt von den Damen des Leipziger Nähtreffs.

Queste-Faktor burda Shirt
Nähen: etwas aufwändig, aber durch smilas Fotoanleitung gut zu bewältigen.
Glücksfaktor: ja, auf jeden Fall mein „AnNäherungs-Erinnerungs-Shirt 2015“, das mich an dieses tolle Wochenende zurückdenken lässt.
Wiederholungsfaktor: auf jeden Fall. Definitiv noch in der Kleider-Variante und vielleicht als Shirt mit fisseligem Tüll-/Jersey-Stoff. Ich werde auch den Kommentar vom Herzallerliebsten ignorieren: „Das sieht schwanger aus, kann man den Stoff da vorn nicht wegmachen?“